Krimi geht in die Hose

Verkleiden macht Spaß und Lampenfieber war ein Fremdwort. 27 Buben und Mädchen aus der Kindertheatergruppe des Theresienstadls bereiteten sich am Sonntagnachmittag auf den großen Auftritt vor. Dann ging es endlich ein Stockwerk hinunter auf die Bühne im Saal des Theresienheims. Bild: nm
Lokales
Flossenbürg
06.12.2014
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27 junge Leute stiegen am Nachmittag auf die Bühne und begeisterten mit ihrem Spiel mehr als 100 Gäste. Die konnten mitverfolgen, wie sich Autor Werner einen Krimi ausdenkt, der gar keiner ist.

Im Theresienheims drehte sich alles um das Theater. Die Chefin eines Schauspielhauses lässt sich nicht davon abbringen, einen Krimi ins Programm aufzunehmen. Das Stück gibt es noch nicht, Werner soll sich etwas Spannendes ausdenken, mit Morden und vielen Leichen. Dem gefällt das gar nicht. Je mehr er nachdenkt, desto weiter schweifen die Gedanken von solch schlimmen Dingen ab.

Was Werner stattdessen durch den Kopf ging, durften die Zuschauer live in vier Akten mitverfolgen. Da heckt Michl aus Lönneberg Streiche aus, segeln Piraten rund um die Welt, gibt ein Hofnarr seine Späße zum Besten, verlieben sich Romeo und Julia oder erzählen Märchenfiguren ihre Geschichten. Von Krimi kann keine Rede sein, für die Theaterchefin ist das Chaos ein Alptraum. Doch der entwickelt sich zum Renner. Auch das Publikum im Theresienheim war dieser Meinung und sparte nicht mit Beifall. Ein Highlight setzten die jungen Mimen zum Schluss. Alle 27 rappten turbulent und ganz ohne Lampenfieber auf den Brettern, die die Welt bedeuten.

Dass es überhaupt zu den vergnüglichen Stunden kommen konnte, ist ein Verdienst der Theatergruppe "Theresienstadl". Das Team um Vorsitzenden Tobias Säckl lädt die Kinder und Jugendlichen seit einigen Jahren ein, selbst auf die Bühne zu steigen. Carmen Memminger, Alexandra Pfab, Barbara Birkner und Franziska Hettler setzten heuer die Theorie in die Praxis um. Seit Oktober probten sie jede Woche mit Eifer und Talent.

Der Spaß kam trotz der anstrengenden Arbeit nicht zu kurz. Memminger erinnert sich: "Alle blieben bei der Stange, lernten ihre Rollen und bewiesen Professionalität. Mit der Aufführung haben sie sich heute selbst übertroffen." Auch das Drumherum stimmte. Die erwachsenen Theresienstadl-Leute kümmerten sich in der Küche um das Wohlbefinden der Gäste. Die Technik hatte Jonas Meiler im Griff. Er übernahm zudem als lebendiger Spiegel eine Rolle. "Fortsetzung folgt", kündigte Memminger an.
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