KZ-Gedenkstätte beschreitet neue Wege in der internationalen Erinnerungsarbeit
Nicht in gleiche Falle tappen

Sie freuen sich über die Broschüre: Dr. Christa Schikorra, Bildungsleiterin der KZ-Gedenkstätte, sowie die "Tandem"-Vertreter Jan Lontschar aus Pilsen (rechts) und Thomas Rudner (links) aus Regensburg. Bild: otj
Lokales
Flossenbürg
18.11.2015
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(otj) "Gemeinsam auf dem Weg zur Erinnerung" heißt eine Broschüre. Sie soll junge Menschen aus Tschechien und Deutschland beim gemeinsamen Erinnern an den Holocaust begleiten - mit Materialien und Methodenbausteine.

Die KZ-Gedenkstätte präsentierte die Publikation. Hinter der Broschüre steht das Koordinierungszentrum Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch "Tandem". Die Nähe der KZ-Gedenkstätte zum tschechischen Nachbarn war einer der Gründe für die Vorstellung des druckfrischen Produktes im integrativen Museumscafé.

Dr. Christa Schikorra, Leiterin der Bildungsabteilung in der KZ-Gedenkstätte, freute sich, Jan Lontschar (Leiter Tandem Pilsen) und Thomas Rudner (Leiter Tandem Regensburg) zu begrüßen. Über zwei Jahre habe die Arbeit an der Broschüre gedauert - eine Gemeinschaftsleistung verschiedenster Gedenkstätten in beiden Ländern. "Das Ziel ist es, nicht etwas über den anderen zu erfahren, sondern sich gemeinsames Erinnern miteinander zu erarbeiten", erklärte Thomas Rudner. Gemeinsamkeiten und Unterschiede sollen erkannt, Perspektiven erweitert, Klischees und Stereotypen aufgebrochen werden.

Blick schärfen

Dabei entstand eine Art Leitfaden, der zweisprachig Lösungswege aufzeigt, wie zeitgemäßes deutsch-tschechisches Erinnern und Gedenken funktionieren kann. Das Produkt soll den Prozess anstoßen, unterschiedliche Bildungskulturen zu unterstützen. In Tschechien habe beispielsweise die Einrichtung von Bildungszentren wesentlich später stattgefunden als in Deutschland, erläuterte Jan Lontschar.

Die Publikation richtet sich vor allem an Multiplikatoren des Schüler- und Jugendaustauschs - also Pädagogen und Lehrer. Erreichen soll die Broschüre die Zielgruppe unter anderem in der transnationalen Bildungsarbeit, bei Seminaren und Fortbildungen. Wie notwendig die Erinnerungsarbeit in den Gedenkstätten ist, zeige sich aktuell am Umgang mit Roma und Sinti in Europa. "Wir müssen den Blick schärfen, um nicht wieder in die gleiche Falle zu tappen", mahnte Rudner.
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