Mit Geoparkrangerin Larissa Sailer auf den Spuren eines edlen Gesteins
Granit auch bei Künstlern gefragt

Flossenbürg
23.06.2010
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Mit moderner Technik alleine ist es nicht getan. Wie viel Aufwand und Arbeit dahinter steckt, Granit abzubauen und in ein Endprodukt zu verwandeln, das ließ sich am Donnerstag verfolgen. Mehr als 20 Männer, Frauen und Kinder nutzten die Gelegenheit, im Rahmen einer Tour des "Geoparks Bayern-Böhmen" hinter die Kulissen des Granitwerks Helgert zu blicken.

Geopark-Rangerin Larissa Sailer nahm an dem Nachmittag nicht den ansonsten im Blickpunkt stehenden Schloßberg mit den markanten Gesteinsformationen und der Burgruine unter die Lupe. Sie lud diesmal an den östlichen Rand der Grenzgemeinde ein. Dort spielte zunächst die Erdgeschichte die Hauptrolle. In einer Rückblende führte Sailer die Zeit vor mehr als 300 Millionen vor Augen. In einigen Kilometern Tiefe erstarrten Magma-Kammern. Unter hohem Druck entstand Granit: "Er gelangte durch Erdverschiebungen und Erosion nach oben."

Gelb, grau und blau

Welche Rolle das Urgestein in der Gegenwart spielt, davon berichtete Petra Helgert. Die Chefin des Granitwerks Helgert nahm die Gäste mit hinunter in den Steinbruch. In dem kesselförmigen und weitläufigen Loch wird das begehrte Material in Flossenbürg weist es Farbschattierung von gelb über grau bis blau auf - gewonnen. Durch gezielte Sprengungen und mit dem Einsatz von Keilen lassen sich rechteckige Blöcke abspalten.

Wie schwer die Arbeit im "Keller" ist, wurde bei Versuchen mit Bohrgerät oder Schlegel rasch deutlich. Gefragt sind gleichzeitig Wissen und Erfahrung. Nur wer die Eigenschaften der Gesteinslager richtig einzuschätzen weiß, erzielt das gewünschte Ergebnis, ohne den Granit in unförmige und unbrauchbare "Brocken" zu zerlegen. Radlader bringen die Quader nach oben zu überdimensionalen Kreissägen. Diamantbesetzte Blätter zerschneiden den Stein zu Platten oder anderen Formate.

Strukturen fräsen

Weitere computergesteuerte Maschinen sägen Details heraus, fräsen gewünschte Strukturen oder sorgen für unterschiedliche Oberflächen. Ganz ohne Menschen funktioniert das nicht. Beim Rundgang durch die Betriebshallen und das Freigelände stellte Helgert klar: "Die Technik richtig einzustellen und einzusetzen ist nicht leicht. Ich weiß dieses Können unserer Leute zu schätzen. Es ist genauso gefragt, wenn es darum geht, Formen entstehen zu lassen, bei denen Handarbeit im Vordergrund steht." Hoch im Kurs stehe der Flossenbürger Granit im Übrigen auch bei Künstlern.
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