Nicht sehen, aber glauben

Ein Gottesdienst zum Mitmachen: Die Gläubigen durften kleine Bilder auswählen und damit den Schriftzug "Gott" bekleben. Es war für Kinder und Erwachsene eine spannende Aufgabe. Bild: nm
Lokales
Flossenbürg
29.07.2015
3
0

"Sich ein Bild von Gott zu machen, ist den Menschen nicht möglich. Helfen kann es aber, zumindest nach Vergleichen zu suchen." Der Aspekt stand am Sonntag im Mittelpunkt des evangelischen Gemeindegottesdienstes mit Gläubigen aus Plößberg, Püchersreuth, Wildenau, Vohenstrauß, Floß und Flossenbürg.

An der evangelischen Pfarrei in der Grenzgemeinde lag es, den immer vor den Sommerferien gemeinsam gefeierten Gottesdienst zu organisieren. Die vier Pfarrer Lisa Weniger (Floß), Peter Peischl (Vohenstrauß), Michael Kelinske (Plößberg) und Herbert Sörgel (Flossenbürg) hatten mit dem Wort Gott ein Thema gewählt, das einen spannenden Sonntagvormittag versprach. Sörgel stellte zum Auftakt im Garten des Pfarrhofs einen grundsätzlichen Gedanken klar: "Jede Sprache hat eine andere Bezeichnung für Gott. Jeder erzählt von ihm auf seine eigene Weise. Gemeint sind immer ein Wesen und eine Macht, von der alles zusammengehalten wird."

"Gott versteht uns"

Kelinske ergänzte die Aussage, bezogen auf die Zusammenkunft: "Wir können zu ihm mit Freude und guter Laune kommen oder auch mit Sorgen und Kummer. Gott versteht uns, er ist unsere Burg, wenn Stürme des Lebens um uns toben." Auf die kommenden Wochen blickte Weniger. Die Ferien würden Freiheit und Abenteuerlust versprechen, gleichzeitig aber auch Gelegenheit bieten, etwas zur Ruhe zu kommen: Leicht sei es nicht, Gott zu begegnen, ohne ihn sehen zu können.

Peischl erinnerte an den Vergleich mit dem guten Hirten: "Und die Kinder wissen gut damit umzugehen." Die bestätigten das auf Nachfrage gerne. Für sie ist Gott nicht nur Vater, sondern genauso Mutter. Die Gläubigen setzten die Theorie in die Praxis um. Sie durften ihr ganz persönliches Lieblingsmotiv aus zehn Vorlagen auswählen und die kleinen Bilder auf den bis dahin fast unsichtbaren Schriftzug "Gott" aufkleben. Die Buchstaben aus Plexiglas verwandelten sich in ein Mosaik, und das Gottesdienst-Motto nahm konkrete und deutlich wahrnehmbare Formen an. Besonders die Kinder machten begeistert mit. Peischl schmunzelte: "Ich hab keine Klebepunkte mehr, die Schrift ist schon gut zu sehen, und an den Gottesdienst soll sich auch noch ein Frühschoppen anschließen."

Plausch mit Nachbarn

Bläser aus Floß und Plößberg unter Leitung von Wolfgang Lang umrahmten den Vormittag. Nach der kirchlichen Feier tischte der Jugendheimverein Gulaschsuppe auf. Bis in die Mittagsstunden nutzten die Gäste zudem die Gelegenheit, die Nachbarn besser kennenzulernen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juli 2015 (8666)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.