Note eins für Papa Eric

Lokales
Flossenbürg
21.01.2015
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Wenigstens einen Tag zu Hause in St. Ötzen im Kreis der Familie ausspannen. Diesen Wunsch erfüllte sich Eric Frenzel am Montag. Ganz ruhig verlief der Tag dann aber doch nicht.

Die Flossenbürger sind stolz auf ihren Top-Athleten. Am Montag beglückwünschten sie Eric Frenzel zum Dreifacherfolg beim "Nordic Combined Triple". Der Nordische Kombinierer nahm sich am Abend eine dreiviertel Stunde Zeit für einen Plausch über die strapaziösen Wettkämpfe. Zweiter Bürgermeister Thomas Meiler und einige Gemeinderäte rückten mit einem Obstkorb beim Olympiasieger, Weltmeister und Gesamtweltcupgewinner an, der seit Jahren im Ortsteil St. Ötzen wohnt.

Gäste schwer beeindruckt

Im österreichischen Seefeld hatte Frenzel am Wochenende erneut einen großen Sieg gefeiert. Am Freitag, Samstag und Sonntag gewann er beim "Nordic Combined Triple" alle drei Wettbewerbe. Frenzels Frau Laura und Sohn Philipp erlebten den Erfolg in Seefeld mit. Philipp durfte im Fernsehen sogar ein Interview geben: "Mein Papa bekommt die Note eins", hatte er da stolz festgestellt. Auch eine 20-köpfige Gruppe aus Flossenbürg war in Österreich dabei. Sie kehrte am Sonntagabend überglücklich zurück.

Stellvertretender Bürgermeister Meiler war jedenfalls schwer beeindruckt: "Eine imponierende Leistung. Noch dazu ist dir das auch schon im Vorjahr gelungen. Du vertrittst deine Heimatstadt Geyer und den Namen von Flossenbürg ausgezeichnet", betonte er bei dem kurzen Treffen am Montagabend. Die Gästerunde interessierte sich vor allem für Frenzels Wettkampftaktik und wollte wissen, mit welchen Gefühlen der Athlet nach dem Springen die ungewohnte 15-Kilometer-Distanz im Skilanglauf anging. Er musste am Sonntag einen Rückstand von immerhin 93 Sekunden aufholen: "Ich machte von Anfang an Druck und konnte die Differenz verkleinern. Am Schluss blieb dann dennoch genügend Kraft, um ganz nach vorne zu laufen. Natürlich kann man mit einer solchen Taktik auch einmal daneben liegen. Diesmal ging sie auf." Wobei ihm die Länge der Strecke zugute kam: "Mir liegen solche Distanzen durchaus."

Groß gefeiert hat Frenzel nach Abschluss der Wettbewerbe nicht. Dafür bleibt allen Sportlern keine Zeit. "Zum Ende der Saison wird das in der gesamten Mannschaft aber nachgeholt."

Trip nach Japan

Bis dahin dauert es noch. Schluss ist erst am 14. März in Oslo. Noch am Montagabend musste der Kombinierer wieder seinen Koffer für einen Trip nach Japan packen. Bereits am Dienstag kurz vor Mittag stieg Frenzel in den Zug nach Frankfurt.

Von dort ging es mit den Teamkollegen und dem Begleitpersonal mit dem Flugzeug weiter über Tokio nach Sapporo zum nächsten Weltcup: Am Freitag und Samstag stehen Springen und Langlauf an, am Sonntag starten wir wieder zurück nach Deutschland", erzählte Frenzel seinen Gästen. Saisonhöhepunkt ist von 20. bis 28. Februar in Schweden die Weltmeisterschaft. Den Titel möchte Frenzel ebenso verteidigen wie den Gewinn der großen Kristallkugel, die es für den Gesamtweltcup gibt. Ein weiterer Erfolg kam vor wenigen Tagen hinzu. Der gebürtige Sachse wurde von den NT- Lesern zum Sportler des Jahres gewählt.

Mit dem Oberpfälzer Dialekt hat er schon lange kein Problem mehr: "Ich verstehe inzwischen fast alles." Zur Sprache kam am Montagabend im Übrigen speziell das Skispringen. Auf den Schanzen fühlt sich Frenzel wohl: "Die Skiflugwettbewerbe sind aber noch eine ganz andere Hausnummer", merkt er an. "Weit mehr als 200 Metern hinuntersegeln, da hätte ich schon großen Respekt."
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