"Probieren Sie mal ..."

Sohn Christoph ist unverzichtbar. Zusammen mit den Eltern kümmert er sich um den laufenden Betrieb des Geschäfts. Getränkekisten einzuladen, dafür ist er sich nicht zu schade.
Lokales
Flossenbürg
03.01.2015
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Für einen Tante-Emma-Laden ist es zu groß, und für einen Supermarkt zu klein. Das Lebensmittelgeschäft Regn bewegt sich irgendwo dazwischen. Von Nachteil ist das nicht, es gibt "Feinkost" aus beiden Kategorien.

Um 4.30 Uhr ist für Günter Regn die Nacht vorbei. Wenig später geht es los in einen Tag mit 13 bis 14 Arbeitsstunden: "Am Samstag sind es ein paar weniger, und nur am Sonntag ist Ruhe." Zusammen mit Ehefrau Resi und Sohn Christoph rückt nach der Fahrt vom Wohnort Altenstadt nach Flossenbürg der Alltag im Laden in den Mittelpunkt. Zu finden ist er an der Silberhüttenstraße im Norden der Grenzgemeinde. Dort stehen nach den Vorbereitungsarbeiten schon die ersten Kunden, nehmen sich eine Zeitung mit oder eine Brotzeit.

Für Hobbys keine Zeit

Das lange Tagwerk macht Regn nicht viel aus: "Aber geschlaucht bist du am Abend schon. Für Hobbys oder für den Fernseher fehlt dann die Lust." Etwas Muße muss dennoch sein: "Wir sind vor einigen Wochen Großeltern geworden, und das verändert das Leben schon. Mitzuerleben wie Enkeltochter Ella heranwächst, das macht Freude, auch wenn dafür zu wenig Zeit bleibt." Los ging alles vor mehr als 40 Jahren. Damals absolvierte Regn die Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann, und bald nach dem Abschluss machte er sich selbstständig: "Das ist wörtlich zu verstehen. Du musst alles selbst erledigen - und das ständig."

In Floß fiel am 15. Januar 1976 der Startschuss. Vor 25 Jahren folgte der Sprung nach Flossenbürg. Für einige Jahre liefen beide Geschäfte parallel. Das klappte ganz gut, auch wenn es anstrengend war. Resi Regn erinnert sich schmunzelnd: "In Flossenbürg gingen die Wiener aus, und Günter wollte aus Floß Nachschub holen. Bei drei Fahrten brachte er alles mögliche mit, nur keine Wiener."

Und dass ab und zu die Semmeln im Ofen etwas dunkel werden, darüber ärgert sich niemand. Dafür bliebe sowie keine Zeit. Organisatorische Fragen, Bestellungen, die Waren in den Regalen und vor allem die Kunden lassen keine langen Pausen zu: "Gerade die persönlichen Kontakte genieße ich. Dabei erinnere ich mich an die Forderung meines Lehrherrn, den Kunden immer als König zu sehen und zu behandeln. Das ist oberste Prämisse."

Marinierte Delikatesse

Wie ernst das zwischen Obst, Gemüse, Glückwunschkarten, Milch, Pudding, Konserven, Suppentüten, Mehl, Reis, Süßigkeiten und dergleichen mehr für die tägliche Versorgung genommen wird, ist beeindruckend. Kaum ein Artikel, der sich nicht finden lässt: "Und sollte einmal etwas nicht da sein, dann besorgen wir das." Spaß macht es, sich an der Wurst-, Käse- und Backwarentheke umzusehen und sich beraten zu lassen: "Probieren Sie mal die neue Käsesorte." Eine Delikatesse als Relikt aus der Lehrzeit gibt es auch: "Um die marinierten Heringe kümmere ich mich wie vor vier Jahrzehnten selbst. Die Kunden mögen sie gerne."

Und wer sich in der Getränkeabteilung nicht entscheiden kann, auch dem wird geholfen. An Tipps zur Wahl des Weizenbiers, des kohlensäurearmen Mineralwassers oder einer Limonadenvariation fehlt es nicht. Mit Verkaufen alleine ist es nicht getan. Zum Service gehören die Brotzeitlieferungen an örtliche Firmen, das Anrichten von Appetithappen für Feiern, liebevoll zusammengestellte Geschenkkörbe oder auch die Zusammenarbeit mit den Vereinen bei Festen.
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