Schule eine Energieschleuder

Das Energie-Coaching-Team Matthias Rösch, Stefan Janker, Adolf Egner und zweiter Bürgermeister Thomas Meiler (von links) sah sich im Schulgebäude und der Turnhalle um. Am Montag präsentierten sie das Ergebnis der Öffentlichkeit. Rösch hatte aber auch jede Menge Tipps für Hausbesitzer parat. Bild: nm
Lokales
Flossenbürg
18.06.2015
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Was steckt hinter dem Energie-Coaching in der Grenzgemeinde? Welche Erkenntnisse gibt es? Wie lassen sich die Schlussfolgerungen für die Schule und die Turnhalle auf andere Gebäude übertragen? Antworten gab es beim Energie-Abend im Rathaus.

Flossenbürg wurde vor einigen Monaten als eine der ersten Kommunen in das neue Energie-Coaching-Programm aufgenommen. Der Informationstermin am Montag war aber auch für Privatpersonen interessant. "Es geht um Klimaschutz, nachhaltige Maßnahmen, aber auch um den Geldbeutel jedes Einzelnen", sagte Matthias Rösch, Geschäftsführer der in Weiden ansässigen ETZ-Nordoberpfalz.

Schlechte Noten

Wie sich das im Detail auswirkt, führte der Referent am Beispiel der Schule und der Turnhalle vor Augen. Zusammen mit zweitem Bürgermeister Thomas Meiler, drittem Bürgermeister Peter Gruber, Stefan Janker und Adolf Egner hatte sich Rösch in den Gebäuden umgesehen. Daten und Fakten von der Außenhülle über den bisherigen Energieverbrauch oder das Nutzerverhalten bis hin zur Anlagentechnik rundeten das Bild, das sich Rösch machte, ab. Gute Noten gab es für das Gebäude nicht. "Einleuchtend, wenn man sich das Alter vor Augen hält", fasste der Experte seine Eindrücke zusammen. Der Aufwand für die Heizung liegt deutlich über dem Durchschnitt vergleichbarer Komplexe. Rösch zählte Schwachpunkte auf: "Die Warmluftheizung in der Turnhalle ist ein krasses Beispiel. Sie benötigt extrem viel Energie, lässt sich nur schwierig regeln und ist für den Sportbetrieb die ungünstigste Lösung." Weitere Minuspunkte sind Fenster, Türen und Mauerwerk. Er kritisierte die fehlende Dämmung der obersten Geschoßdecken. Zudem würden auch leerstehende Räume durchaus Energie benötigen: "Negativ fallen die Umwälzpumpen für die Heizung in die Waagschale. Mit einer modernen Ausstattung und einem hydraulischen Abgleich der Anlage gibt es beachtliche Einsparungen." Eine Rolle spielt aber auch das Nutzerverhalten. Der Referent spannte den Bogen vom gekippten Fenster bis hin zum Standby-Betrieb elektrischer Geräte. Zwar gebe es beim Stromverbrauch halbwegs gute Werte, genauso aber auch genügend Möglichkeiten, die Werte deutlich zu verbessern: "Bewegen lässt sich meist schon etwas, wenn die Menschen sensibilisiert werden."

Nutzung klären

Rösch zeigte Lösungsansätze auf. Allerdings müsse sich die Gemeinde vorher klar werden, wie die Gebäude in Zukunft genutzt werden sollen. Allein für die Schule seien die Flächen nicht erforderlich. Das zeige sich durch die leerstehenden oder nur selten benutzten Räume: "Nötig ist dann eine energetische Generalsanierung. Allerdings lässt sich auch schon jetzt einiges bewegen und verbessern. Sparen Sie jedenfalls nicht am falschen Ende."

Zweiter Bürgermeister Meiler griff den Hinweis auf: "Uns ist bewusst, dass es viel zu tun gibt." Als ersten Schritt kündigte er eine verbesserte Temperaturregelung an. Auch ohne große Investitionen lasse sich damit etwas erreichen.
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