SPD-Kandidat Peter Gruber: "Ich rede mit den Leuten lieber persönlich"
Bürgermeister-Duell abgesagt

Ich glaube, da hat er sich gedrückt.
Lokales
Flossenbürg
08.10.2015
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Das Duell der Spitzenkandidaten: Die politische Fernseh-Debatte zwischen den Kanzlerkandidaten ist legendär. Die Freie Wählergemeinschaft plante Ähnliches für Flossenbürg. Die beiden Bürgermeisterbewerber Thomas Meiler (CSU) und Peter Gruber (SPD) sollten sich am 19. Oktober den Fragen der Bürger stellen, bevor jene am 8. November über ihre politische Zukunft entscheiden.

"Wir wollten eine neutrale Plattform schaffen", erklärt Birgit Neumann, Fraktionssprecherin der FW im Gemeinderat. Ihre Partei stellt keinen Bürgermeisteranwärter.

Von beiden Kandidaten forderte sie eine schriftliche Zusage zur Podiumsdiskussion bis 1. Oktober. Während Meiler zeitnah zusagte, sei die Absage von Gruber genau am 1. Oktober gekommen. Neumann bedauert dies und vermutet: "Ich glaube, da hat er sich gedrückt."

"Absolut fair und neutral"

Neumann sieht die Diskussion als eine ideale Gelegenheit für Bürger, Fragen an die Kandidaten zu stellen. Die Freien Wähler hatten geplant, die Fragen per E-Mail und in einem eigenen Postfach im Rathaus zu sammeln und einen Fragenkatalog zu erstellen. Die Fragen wären den Kandidaten ein paar Tage vorher vorgelegt worden. So hätten sie sich ideal vorbereiten können. "Das wäre alles absolut fair und neutral abgelaufen."

Der CSU-Kandidat stimmt zu: "Es ist der ehrlichste Wahlkampf, wenn man sich gegenüber sitzt und das, was man sagt, vor einem größeren Publikum verantworten muss." Dadurch, dass er vorher über die Fragen informiert worden wäre, wäre das gefahrlos gewesen. "Es hätte keine Fragen gegeben, wo man blank da sitzt."

SPD-Kandidat Gruber wiegelt ab. Aus Angst hätte er die Diskussion nicht abgesagt. Er sehe aber in so einer großen Veranstaltung keinen Sinn. "Bei einer Bundeskanzlerwahl lass ich mir das eingehen, aber doch nicht in so einer kleinen Gemeinde."

Er kläre die Fragen der Bürger lieber in einem Gespräch im kleinen Kreis. "Für mich ist das völlig überzogen. Hier kennt ja praktisch jeder jeden. Ich rede mit den Leuten lieber persönlich, auf der Straße, beim Einkaufen, in meiner Kneipe." Meiler will jetzt über eine alternative Veranstaltung nachdenken, bei der nur er Fragen der Bürger beantworte.
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