Stab ergriffen

Thomas Meiler hat den Taktstock in Flossenbürg nicht nur für die Blaskapelle vor dem St. Ötzener Hof sondern für die ganze Gemeinde als neuer Bürgermeister in die Hand genommen. Ehefrau Marlies stärkt ihm den Rücken.
Lokales
Flossenbürg
09.11.2015
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"Der Umschwung hat stattgefunden, die rote Burg ist erstürmt. Deine konsequente Arbeit und Gradlinigkeit hat dazu beigetragen, die Menschen zum Nachdenken zu bewegen", jubelte CSU-Chefin Christine Rosner.

Mehr wollte und konnte Rosner bei der Wahlparty im St. Ötzener Hof zum frischgewählten Bürgermeisters Thomas Meiler kaum sagen. Zu groß und zu laut war der Jubel. Auch in "Murphys Pilsstüberl" beim unterlegenen Mitbewerber Peter Gruber kam keine Trauerstimmung auf. Im Gegenteil: Das knappe Ergebnis bewertete SPD-Vorsitzender Roman Schell als "nicht so dramatisch". Gruber habe gegen einen fast amtierenden Bürgermeister ein hervorragendes Ergebnis erreicht.

Schell blickte zur nächsten Gemeinderatssitzung: Bei der Wahl des zweiten Bürgermeisters werde sich herausstellen, ob die CSU an der Zusammenarbeit mit der SPD Interesse habe oder diese Position den Freien Wählern anbiete.

Bei Meilers Ankunft, der mit Ehefrau Marlies unterwegs war, brandete am St Ötzener Hof Beifall auf. Durch ein Spalier der Gäste gelangten sie ins Lokal, wo Landrat Andreas Meier, Georg Stahl, die Bürgermeister aus dem östlichen Landkreis und Schirmitz sowie sogar ein Kollege Meilers aus dem Innenministerium den neuen Rathauschef hochleben ließen.

Allein die musikalischen Glückwünsche der Blaskapelle seien schon ein Grund, Bürgermeister zu werden, freute sich Meiler. Ein Feuerwerk begleitete das Standkonzert. Der Wahlsieger dankte den Amtskollegen, deren Einbindung in seine Arbeit er eine Herzensangelegenheit nannte. Für Rosner, die in den Gemeinderat nachrückt, hatte er Blumen dabei.

Fast wie einen Sieg feierte die SPD in "Murphys Pilsstüberl" die knappe Niederlage Grubers. Nur 27 Stimmen hatten ihm gefehlt. Sollte sich die CSU mit den Freien Wähler arrangieren habe die SPD innerhalb des Gemeinderats keine großen Chancen mehr, urteilte Schell. Das Ziel der Genossen sei aber noch immer, Grubers Wahlslogan "gemeinsam für Flossenbürg" aufrecht zu erhalten. Das knappe Ergebnis könnte die CSU aber veranlassen auf die SPD zuzukommen, hofft der Vorsitzende insgeheim. Das betreffe vor allem die Wahl des zweiten Bürgermeisters. Diese Entscheidung sei Maßstab des Interesses an der Zusammenarbeit.

Beide Bewerber rechneten mit einem Kopf-an-Rennen, und sie behielten recht. Schließlich gaben bei der Bürgermeisterwahl im "roten" Flossenbürg 27 Stimmen den Ausschlag für die CSU. Thomas Meiler ist neuer Chef im Rathaus. Bilder von Walter Beyerlein und Gabi Schönberger.
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