Taktik der kleinen Schritte

Dr. Otto Lohr von der Landesstelle für nichtstaatliche Museen beleuchtete beim Förderverein für die KZ-Gedenkstätte Aspekte rund um den Europäischen Museumspreis. Sein Vortrag machte deutlich, wie hoch die Messlatte liegt. Bild: nm
Lokales
Flossenbürg
16.12.2014
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Der Förderverein für die KZ-Gedenkstätte lud zum Empfang ins das Rathaus ein. Anlass war neben dem halbrunden Geburtstag eine außergewöhnliche Auszeichnung.

"Im Herbst 1999 haben wir hier im Sitzungssaal den aktuell 137 Mitglieder zählenden Verein gegründet. Unser Ziel war es, Aspekte rund um die Gedenkstätte aufzugreifen und zu fördern. Das ist ausgezeichnet gelungen." Die Freundschaften mit den Überlebenden und Angehörigen der Opfer seien nur ein Beispiel.

Damals habe sich wohl kaum jemand vorstellen können, was heute Realität geworden sei, stellte Altbürgermeister und Vorsitzender Johann Werner vor 70 Gästen in seiner Festansprache fest. "Die Taktik der kleinen Schritte hatte Erfolg, Dr. Jörg Skriebeleit wurde eingestellt. Er ist Fußballfan und deshalb sei ein Vergleich gestattet. Die Gedenkstätte und damit der Ort sind in eine ganz andere Liga aufgestiegen." Dazu hätten die Beschäftigten beigetragen, lobte Werner. Wie sehr die Arbeit auf internationaler Ebene geschätzt wird, zeigte sich im vergangenen Frühjahr. In Tallinn (Estland) wurde der Verein mit dem Sonderpreis des Europäischen Museumspreises ausgezeichnet.

Weltweit ein Vorbild

Mit einem Geldgeschenk gratulierte nun auch Werner zur Auszeichnung: "Ihr habt dafür bestimmt eine gute Verwendung." Wie hoch die Auszeichnung einzuschätzen ist, führte Dr. Otto Lohr von der Landesstelle für nichtstaatliche Museen vor Augen. Der Gast, er ist nationaler Berichterstatter beim European Museum Forum, betonte: "Flossenbürg lieferte mit seinem Beitrag ein herausragendes Beispiel für ein Engagement mit weltweitem Vorbildcharakter. Beeindruckend ist die offene und lebendige Erinnerungsarbeit, bei der der Bildungssektor sehr ernst genommen wird." Den endgültigen Ausschlag für den Preis habe jedoch die Ausstellung "Was bleibt" gegeben. "In Tallinn ging es um die Frage, was Europa ausmacht, wenn sich Menschen begegnen", erinnerte Skriebeleit an die Reise nach Estland. Gerade auf einen solchen Aspekt werde in der Gedenkstätte großer Wert gelegt: "Von Flossenbürg geht eine Botschaft aus. Flossenbürg ist europäischer Zukunftsort. Hier werden, wenn beispielsweise behinderte Mitmenschen ein Café betreiben, Zeichen gesetzt." Alleine lasse sich so etwas nicht erreichen. Nötig seien dafür ein wunderbares Team, ein Ort der das mittrage und nicht zuletzt der Förderverein.

Friedensarbeit

Zweiter Bürgermeister Thomas Meiler und Landrat Andreas Meier würdigten die Art und Weise, wie in der KZ-Gedenkstätte mit einer sensiblen Thematik umgegangen werde. Es gehe nicht nur um Aufarbeitung, sondern um Friedensarbeit und um Menschen.
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