Von Freitag bis Sonntag Veranstaltungen zum Befreiungstag des KZ Flossenbürg
Nach 65 Jahren auf einem guten Weg

Lokales
Flossenbürg
18.04.2010
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Der Ruf einer vergessenen Gedenkstätte ist längst ad acta gelegt. Land, Bund und Europäische Union ließen in der Grenzgemeinde einen international anerkannten Erinnerungsort entstehen. Fortsetzen wird sich das heuer mit gravierenden Veränderungen im Rahmen des "Zweiten Bauabschnitts". Am Freitag jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers zum 65. Mal.

Amerikanische Soldaten kamen am 23. April 1945 nach Flossenbürg. Sie fanden 1500 schwerkranke Menschen, die von den Nazischergen nicht mit auf die "Todesmärsche" getrieben wurden. Erst am 8. Mai erlangten die letzten, der in Richtung Süden ziehenden Häftlinge, durch die alliierten Truppen die Freiheit. In der Grenzgemeinde offenbarte sich gleichzeitig eine Bilanz des Grauens. Von mehr als 100 000 Menschen - die Außenlager eingeschlossen - überlebten rund 30 000 den Terror nicht.

Weitere Ausstellung

Bereits 1947 wurde im Umfeld des Krematoriums die erste KZ-Gedenkstätte Bayerns eingeweiht. Daraus entwickelte sich eher eine Art Parkanlage, in den 1980er-Jahren ergänzt durch eine kleine Ausstellung. Die Situation änderte sich erst 1995 zum 50. Jahrestag der Befreiung. Ein vorläufiger Höhepunkt war im Juli 2007 die Eröffnung einer neuen Dauerausstellung. Weitere Veränderungen bringt der "Zweite Bauabschnitt" mit sich. Enthalten soll er unter anderem Arbeiten am ehemaligen SS-Kasino. Es wurde über Jahrzehnte als Gaststätte genutzt. Entstehen sollen Schulungs- und Nacharbeits-Räume. Im Oktober folgt die zweite große Ausstellung "Was bleibt - Nachwirkungen des Konzentrationslagers Flossenbürg".
Die ehemaligen Häftlinge werden sich beim Treffen am Befreiungstag davon überzeugen, dass "ihr Vermächtnis" in guten Händen liegt, Forschung, Erinnerungsarbeit und Eintreten für eine gute Zukunft auf dem bisherigen hohen Niveau weitergeführt werden. Eng eingebunden ist in dieses Engagement die Evangelische Jugend mit der zwölften "Internationalen Jugendbegegnung".

Live im Fernsehen

Von Freitag bis Sonntag gibt es zahlreiche Veranstaltungen. Höhepunkt ist am Sonntag um 14.30 Uhr in der "Häftlingsküche" ein öffentlicher Gedenkakt, den das Bayerische Fernsehen live überträgt. Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Innenminister Joachim Herrmann vertreten den Freistaat, Verteidigungsminister Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg den Bund. Angesagt haben sich der Direktor der "Stiftung Bayerische Gedenkstätten" Karl Freller, die Präsidentin des Zentralrates der Juden Dr. h.c. Charlotte Knobloch, sowie Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrates der Sinti und Roma. Für die ehemaligen Häftlinge wird Dr. Leon Weintraub sprechen.
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