Gedenkakt wider das Vergessen
In Flossenbürg steht der 71. Jahrestag der Befreiung des KZ bevor

Politik
Flossenbürg
13.04.2016
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Die KZ-Gedenkstätte erinnert am Sonntag, 17. April, an den 71. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers. Im Anschluss wird ein Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma enthüllt. Der Gedenkakt beginnt um 14 Uhr.

"Es ist uns ein stetes Anliegen, alle im KZ-Komplex Flossenbürg inhaftierten und ermordeten Häftlingsgruppen in unserer Erinnerungs- und Bildungsarbeit zu würdigen. Daher freuen wir uns über die Enthüllung des neuen Denkmals", sagt Gedenkstättenleiter Dr. Jörg Skriebeleit.

Erwartet werden 23 ehemalige Häftlinge aus 12 Ländern. Viele von ihnen bringen ihre Kinder und Enkel mit. Einige beteiligen sich an Zeitzeugengesprächen mit Schülern. Parallel zum Treffen ehemaliger Häftlinge und den Gedenkfeierlichkeiten findet vom 12. bis 18. April eine internationale Jugendbegegnung der KZ-Gedenkstätte mit 70 Jugendliche aus 9 Ländern statt.

Hochrangige Redner


Neben ehemaligen Häftlingen und ihren Angehörigen gedenken Gäste aus Politik, Gesellschaft, Kultur und weitere Bürger der Befreiung des Lagers durch amerikanische Truppen am 23. April 1945. Es sprechen Jörg Skriebeleit, Karl Freller, der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, Kultusminister Ludwig Spaenle, Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma sowie Venanzio Gibillini, ein ehemaliger Häftling. Im Anschluss an die Enthüllung des Denkmals für die ermordeten Sinti und Roma spricht Erich Schneeberger, der Landesvorsitzende des Verbands Deutscher Sinti und Roma.

Bereits am Vormittag enthüllt der Verein ehemaliger Generäle in der Slowakei eine Tafel zum Gedenken an vier Kommandeure des slowakischen Nationalaufstands, die im März 1945 in Flossenbürg hingerichtet wurden. Anlässlich des Gedenkakts wird auf der Website der Gedenkstätte eine digitale Version des »Totenbuchs Konzentrationslager Flossenbürg« freigeschaltet.

Das Totenbuch enthält die bislang bekannten Namen von über 21 000 von rund 30 000 Häftlingen, die im Konzentrationslager Flossenbürg und seinen Außenlagern in Bayern, Böhmen und Sachsen umgekommen sind. "Die Freischaltung des digitalen Totenbuchs der im KZ Flossenbürg und seinen Außenlagern umgekommenen Häftlinge ist das Ergebnis jahrelanger Recherchen und sorgfältigster Auswertung der gefunden Quellen. Das nun weltweit im Internet zugängliche Totenbuch ist ein virtuelles Denkmal für die Opfer des KZ", betont Skriebeleit.

Ausstellung in Wäscherei


Begleitend zu den Feierlichkeiten zum Jahrestag der Befreiung wird am 16. und 17. April in der ehemaligen Wäscherei des Konzentrationslagers Flossenbürg die Fotoausstellung von Anna Andlauer "Zurück ins Leben - Das internationale DP-Kinderzentrum Kloster Indersdorf 1945-1946" gezeigt.
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