Nordische Kombination
Jetzt Gesamtweltcup im Visier

Drei Mal überquerte Eric Frenzel in Seefeld als Erster die Ziellinie. Gefeiert wurde er von den vielen Zuschauern, darunter 110 Fans und Familienmitglieder aus Flossenbürg und seinem früheren Heimatort Geyer. Bild: dpa
Sport
Flossenbürg
01.02.2016
100
0

Freitag und Samstag laufen für Eric Frenzel perfekt. Da steht er jeweils ganz oben auf dem Siegerpodest. Der Sonntag beginnt für den Flossenbürger mit einer Schrecksekunde. Beim Springen stürzt der Nordische Kombinierer. Aber davon lässt er sich nicht beeinflussen. Ganz im Gegenteil.

Das Wetter war am Sonntag richtig schlecht. Es schneite, der Wind blies heftig. Das Springen wurde beim Seefeld Triple auf den Nachmittag verlegt. "Wir waren durch und durch nass", erzählt Laura Frenzel. "Und dann noch der Sturz von Eric beim Springen. Das war für uns eine Schrecksekunde." Die 110 Leute aus Flossenbürg und aus Geyer, dem früheren Heimatort des Nordischen Kombinierers, hielten die Luft an. "Aber der Eric stand zum Glück gleich wieder auf. Ich hoffte nur, dass er sich nicht verletzt hat."

Bis zum Abend musste Laura Frenzel noch warten, bis sie von ihrem Mann die Bestätigung bekam, dass alles in Ordnung ist. "Zwischen den beiden Wettbewerben haben wir noch nie miteinander gesprochen. Eric ist da in seinem Tunnel." Der Fokus des 27-Jährigen lag an diesem Nachmittag auf dem 10-Kilometer-Lauf und darauf, wie er den Rückstand von 56 Sekunden auf den Japaner Akito Watabe aufholen kann. "Ich war enttäuscht", blickt Eric Frenzel zurück. "Zunächst war natürlich wichtig, dass ich den Sturz gesundheitlich gut überstanden habe. Aber ich hatte andere Erwartungen. Bei einem Triple geht es nicht darum, Dritter oder Vierter zu werden, sondern um den Sieg."

An den beiden Tagen zuvor habe er in diese Siege schon viel investiert. "Ich habe nicht daran geglaubt, dass ich das auch noch am Sonntag schaffe", sagt Frenzel. "Der Akito ist ein starker Läufer. Ich dachte, dass er durchkommt." Frenzels Ziel war, in jeder Runde 14/15 Sekunden gutzumachen. Das ging am Anfang auf. Und als der Flossenbürger von seinen Trainern hörte, dass Watabe immer langsamer wurde, holte er nochmals alles aus sich raus. "Irgendwann sah ich ihn vor mir. Das hat mir nochmals Auftrieb gegeben", beschreibt Frenzel die letzten paar Hundert Meter vor dem Ziel. Mit einem deutlichen Vorsprung gewann er und holte sich zum dritten Mal das Triple in Seefeld.

Bei einem Triple geht es nicht darum, Dritter oder Vierter zu werden, sondern um den Sieg.Eric Frenzel

An der Strecke jubelten die Fans und Familienangehörigen aus Flossenbürger und Geyer. Darunter Laura Frenzel mit den Kindern Philipp (9) und Leopold (4 Monate). "Ich war überrascht", sagt die Flossenbürgerin. "Ich hätte nie gedacht, dass er das Triple wiederholen kann. Nach der Geburt unseres zweiten Sohnes Ende September stand die Familie für uns im Vordergrund." Am Sonntag kann sie Eric erst Stunden nach dem Wettkampf in die Arme schließen. "Fernsehen, Interviews und alle möglichen Termine stehen zunächst immer an", sagt Eric Frenzel. "Aber wichtig ist, dass ich weiß, dass meine Familie da ist." Zum Feiern blieb keine Zeit. "Mehr als ein Gläschen Champagner ist während der Saison nicht drin."

Nach einem kurzen Stopp in Flossenbürg geht es am Donnerstag nach Norwegen zum nächsten Wettkampf. Oslo, Trondheim, Finnland sind die weiteren Stationen. "Wir haben noch ein straffes Programm vor uns, mit neun Einzelwettkämpfen. Wichtig ist, dass ich gesundheitlich gut durchkomme," hofft Frenzel, der auch als Weltcup-Gesamtsieger am Saisonende die Ziellinie überqueren möchte. "Aber da kann noch viel passieren. Ich habe nur 97 Punkte Vorsprung."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.