Altenhammerer Kommandant derbleckt Politiker
"Ohne Bier geht nix"

Hochprozentiges hatte Tina Träger für Pater Asam mitgebracht. Feuerwehrkommandant Rüdiger Hettler schlüpft seit 20 Jahren in diese Rolle. Bild: nm
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Flossenbürg
16.03.2016
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Nockherberg-Flair und Jubiläumslaune, beides ließ die Stimmungswogen bei der Altenhammerer Feuerwehr hochschlagen. Die Floriansjünger halfen beispielhaft, und handelten sich doch eine Rüge vom Fastenprediger ein.

Der Kommandant Rüdiger Hettler las zum 20. Mal als stilgerecht eingekleideter Bruder Asam ("Meine Kutte passt auch nach so langer Zeit noch einwandfrei") "großen und kleinen" Politikern die Leviten.

"Bei mexikanischen Drogenkartellen gibt es mehr Solidarität als innerhalb der Europäischen Union beim Umgang mit den Flüchtlingen", kommentierte der Mönch das Flüchtlingsdrama: "Und die AfD häkelt den Nazis dazu ein Mäntelchen der Bürgerlichkeit." Lieber als die Braunen bei den Demos in Dresden sind ihm die Braunen vom Rost im Freibad Altglashütte, die Schwimmmeister Walter Siegfried seit Jahrzehnten anpreist. Aber nicht nur deshalb sollte er weiter machen.

Welpenschutz für Meiler


Dem neugewählten Bürgermeister Thomas Meiler räumte Bruder Asam Welpenschutz ein: "Nur bis zum nächsten Starkbierfest." Seit der Wahl sei in der Grenzgemeinde eine regelrechte Bau- und Einkaufswut ausgebrochen. Dazu zählten unter anderem zwei neue Feuerwehrautos. Gewissensbisse brauche wegen der dringend nötigen Anschaffungen allerdings niemand haben. Schmunzeln ließ der Prediger die über 100 Gäste über eine Abholzaktion vor dem Rathaus: "Die Hecken sind verschwunden, geblieben ist ein einziger, kugelförmiger Busch. Der schaut aus wie ein UFO." Unterstützung gab es für einen beim Faschingszug präsentierten Wunsch: "Die Altenhammerer forderten einen eigenen Gemeinderat und neues Bushäuschen. Aber so greißliche wie in Flossenbürg wollen wir nicht." Bei den Flossenbürger Feuerwehrkollegen seit ein Plakat mit der Aufforderung zu sehen gewesen, Frauen bei der Wehr mehr Platz zu geben: "Bisher ohne Erfolg. Einen Rat hätte ich schon. Ihr braucht mehr junge, gutaussehende Männer."

"Mein Krug fehlt"


Zum Schluss der Predigt schickte Pater Asam seinen Ministranten mit dem Klingelbeutel durch die Fahrzeughalle: "Dafür versprechen wir euch, dass keiner alleine bleibt, wenn er uns ruft. Wir sind da, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr."

Viel Lob verteilte die Vorsitzende der Wehr, Tina Träger, an den Fastenprediger und die Helferschar. Auf eine Kleinigkeit hatten die Feuerwehrler zu Beginn allerdings vergessen, und dafür gab es einen strengen Blick von Bruder Asam: "Mein Krug fehlt. Und ohne Bier geht gar nichts."
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