Baugrund zum Schnäppchenpreis
1 Euro pro Quadratmeter

Der Ein-Euro-Deal läuft am Ende des Baugebiets Kochbühl. Zwei Parzellen sind noch frei. Das günstige Angebot soll in der Gemeinde keine einmalige Aktion bleiben. Bild: nm
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Flossenbürg
22.05.2016
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"49 Euro, mehr wollen wir nicht für einen Quadratmeter Bauland." Dieses Angebot der Gemeinde gilt nicht mehr. Ab sofort gibt es am Kochbühl Grundbesitz für einen Euro, plus 25 Euro für die Erschließung.

"Von Verscherbeln oder Verschenken kann keine Rede sein", kommentierte Bürgermeister Thomas Meiler den Dumpingpreis. Für die außergewöhnliche Aktion gebe es gute Gründe: "Einer davon ist in die sinkende Einwohnerzahl. In Flossenbürg lässt es sich gut leben und dennoch sind wir mittlerweile bei rund 1600 angekommen." Abbeißen lasse sich von der intakten Natur, vom regen Vereinsleben, von den Freizeitangeboten und von den Reizen der Landschaft nicht: "Der Gemeinderat entschloss sich deshalb zu dem drastischen Schritt."

Die Kommune ist Eigentümerin von 2 jeweils rund 700 Quadratmeter großen Parzellen im Baugebiet Kochbühl. Trotz der attraktiven Lage im Süden und am Rande des Ortes fanden sich bislang keine Interessenten: "Nachvollziehen kann ich das nicht, aber es ist Tatsache. Wir kämpfen um jeden Einwohner und da schmerzt ein solcher Umstand." Gegensteuern soll jetzt der auf einen Euro reduzierte Kaufpreis. Das entspricht einer Minderung um 23 Euro und bei 700 Quadratmetern rund 16 000 Euro.

"Uns ist klar, dass wir Vermögen nicht unter Wert abgeben dürfen", bringt Meiler eine Vorgabe der Gemeindeordnung zur Sprache. Die Auswirkungen für Schule, Kindergarten, Geschäfte und den kommunalen Finanzausgleich relativiere das schnell: "Jeder Einwohner mehr bringt Flossenbürg ein deutliches Plus. Und wer sich den Traum vom eigenen Heim erfüllt, weiß 16 000 Euro bestimmt zu schätzen." Gebaut werden muss, so die Vorgabe, innerhalb von zwei Jahren.

Beim Einzug in das neue Heim spendiert die Gemeinde nochmal für jedes Kind 1000 Euro. Das gilt auch für Nachwuchs, der sich innerhalb von drei Jahren einstellt. Das Baukindergeld von 500 Euro gab es bislang schon. Jetzt wurde es verdoppelt. Diese Finanzspritze kann jeder beantragen, der in Flossenbürg baut oder kauft, unabhängig vom Baugebiet Kochbühl.

"Es ist ein weiterer Anreiz, in Flossenbürg sesshaft zu werden und zu bleiben. Am Herzen liegen uns dabei vor allem auch die jüngsten Einwohner", sagt der Gemeindechef. Das Motto "Ein Euro plus Erschließung" sieht das Gemeindeoberhaupt im Übrigen nicht als Eintagsfliege. Es müsse, wenn sich Gelegenheit zur Ausweisung von Bauland eröffne, auch in Zukunft gelten.
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