Bürgermeister Thomas Meiler fährt nach Wervik
Freunde in Belgien

Die Kontakte zwischen Belgien und Flossenbürg sind intensiv und reichen Jahrzehnte zurück. Ein Besuch beim Überlebendenverband im Nachbarland brachte neue Gedankenanstöße. Repro: nm
Vermischtes
Flossenbürg
11.11.2016
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Fast 1000 Kilometer reist Bürgermeister Thomas Meiler nach Belgien. In Wervik trifft er Überlebende des KZ Flossenbürg. Nicht nur die Senioren freuen sich über das Wiedersehen.

Überlebende des Naziterrors im KZ Flossenbürg gibt es aktuell zwar nur noch drei, rührig und aktiv ist der belgische Überlebendenverband aber dennoch. Kinder, Enkel und weitere Angehörige kümmern sich darum, dass die Anliegen der Opfer nicht in Vergessenheit geraten.

Mindestens einmal im Jahr kommt eine Delegation in die Grenzgemeinde. Den Männern und Frauen geht es dabei nicht zuletzt um ein Treffen mit Freunden aus den anderen Ländern und das Wiedersehen mit den Flossenbürgern.

Vorsitzender der belgischen Gruppe ist Yves Durnez, dessen Vater Marcel den Naziterror im KZ erdulden musste. Ihm galten bei einem Besuch im Krankenhaus Genesungswünsche. Die Familie Durnez wohnt in Wervik und engagiert sich seit Jahrzehnten in dem Verband. Das soll sich, wie bei einem Empfang im Rathaus deutlich wurde, fortsetzen. Durnez und Bürgermeister Youro Casier ließen keine Zweifel daran, dass es nicht um Schuldzuweisungen gehe: "Die gemeinsame Zukunft in Frieden und Freiheit spielt die Hauptrolle."

Dem Flossenbürger Gemeindeoberhaupt Thomas Meiler und Ehefrau Marlies stellten die Belgier an dem Festabend ihre Stadt und vor allem die Pläne für die kommenden Monate vor. Eine Gruppe um Durnez und Casier wird im März 2017 Flossenbürg besuchen, um die Kontakte zu vertiefen und weitere gemeinsame Aktionen zu planen. Sie wollen in der KZ-Gedenkstätte ein Theaterstück aufführen.

Theaterstück geplant


"Die Gespräche, Eindrücke und Impressionen in Belgien machten die Reisestrapazen vergessen", fasste Meiler das Geschehen der drei Tage zusammen: "Den Beteiligten geht es nicht um kurzfristige Effekte, sondern um ein solides und nachhaltiges Engagement." Die menschlichen Kontakte kamen nicht zu kurz. Die Belgier seien ein lustiges Völkchen und wissen zu feiern. Viel Lob galt dem von Fabian Schöberl gebrauten und vom Bürgermeister aus Flossenbürg mitgebrachten Craft-Bier. Mehrere Kisten wurden jedenfalls restlos geleert.

Vorgestellt wurden den Gästen markante Stationen in der Nähe von Wervik. Der Bogen spannte sich von einem privaten Museum bis hin zum Mahnmal zur sogenannten Zweiten Flandernschlacht, die während des ersten Weltkriegs in Ypern stattfand. Zu dem Trompetensignal "Last Post" legten Belgier und Deutsche am Menenpoort, einem Gedenktor, zur Erinnerung an die Gefallenen Kränze nieder.

Die gemeinsame Zukunft in Frieden und Freiheit spielt die Hauptrolle.Werviks Bürgermeister Youro Casier
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