Einzigartiges Hobby eines Flossenbürgers
Pech macht glücklich

"Es sind lauter faszinierende Unikate aus der Natur", stellte Erwin Häupl die von ihm geschaffenen Kunstwerke vor. Seine Art mit Baumstümpfen umzugehen ist bislang einzigartig. Bild: nm
Vermischtes
Flossenbürg
22.10.2016
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Wer ist schon glücklich, wenn er Pech hat? Erwin Häupl. Das Harz gibt dem Holz eine ganz neue Optik. Und das nutzt der Flossenbürger für ein ungewöhnliches Hobby.

Es liegt schon viele Jahre zurück, als Häupl durch Zufall ein Phänomen auffiel. Ein Baumstumpf war bei Rückearbeiten in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Rinde ging ab und gleichzeitig quoll Harz heraus, um die Wunde zu verschließen: "Das macht bei einem Baumstumpf nicht mehr viel Sinn, ist aber tatsächlich so passiert." Seitdem schaute der Flossenbürger bei seinen Spaziergängen im Wald genauer hin und suchte gezielt nach solchen Phänomenen.

Der Kern muss raus


Oft passiert so etwas nicht. Und wenn überhaupt, dann vorwiegend bei Fichten, Tannen, Lärchen und Kiefern. Manchmal vernarben die Stümpfe überhaupt nicht, manchmal nur teilweise und manchmal komplett. Zu Hause beginnt anschließend eine Sisyphusarbeit. Mit kleinen und sehr scharfen Messern oder Stemmeisen muss die restliche Rinde entfernt werden. "Schleifen kommt nicht in Frage. Das würde die feinen Oberflächenstrukturen zerstören." Bei einem weiteren und ebenfalls aufwendigen Schritt geht es um den Kern. Der muss raus. Es bleiben nur die äußeren Holzschichten mit dem Harzüberzug.

Mit Licht kombiniert


Was daraus wird, steht für den Künstler schon zu Beginn fest, zumindest in groben Zügen. "Je weiter die Arbeit fortschreitet, desto genauer werden die Vorstellungen. Reizvoll sind für mich auch Kombinationen mit Licht, Achatscheiben, Mineralien, Glas oder beispielsweise geflammten Brettern." Gerne arbeitet Häupl darüber hinaus mit Ästen, die außergewöhnliche Wuchsformen aufweisen. Er kombiniert sie mit den Stümpfen oder lässt sie auch einmal solo wirken.

"Die Fantasie ist gefordert", kommentiert Häupl die Ergebnisse des außergewöhnlichen Hobbys mit dem Alleinstellungsmerkmal. "Aus Raritäten in der Natur entstehen Schmuckstücke für Wohnung oder Garten." Gefallen müssen die genauso den Interessenten. Dass es genügend Leute gibt, die ihre Freude daran haben, zeigte sich in der Vergangenheit bei Ausstellungen und Messen.

Der Künstler genießt es vor allem, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Wer sich mit Häupl unterhalten will, muss nicht bis zur nächsten Messe warten. Es reicht aus, in Flossenbürg nach ihm zu fragen.
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