"Factoria Session Band" in Pankratiuskirche
Große Musik in kleiner Besetzung

Matthias Steidl, Melissa Bäumler und Fritz Bäumler (von links) machten den Besuch in der evangelischen Pankratiuskirche zum Erlebnis. Sie brachten Musik aus drei Ländern und drei Jahrhunderten zu Gehör. Bild: nm
Vermischtes
Flossenbürg
21.10.2016
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Egal ob kirchliches oder weltliches Genre, Freude bereitete die in der evangelischen Pankratiuskirche angestimmte Musik durchwegs. Zu Gehör brachte sie die "Factoria Session Band" anlässlich des 300. Jahrestages der Grundsteinlegung.

(nm) Die damaligen Herrscher waren ihrer Zeit voraus", erinnerte Pfarrer Herbert Sörgel an das Jahr 1716: "Das Gotteshaus wurde als Simultankirche für beide Konfessionen gebaut. Es war eine gute Lösung, die nicht das Trennende, sondern das Gemeinsame in den Vordergrund rückte." 1915 endete das Miteinander, seitdem stehen zwei Kirchen in der Grenzgemeinde. Ein Festgottesdienst anlässlich des Grundstein-Jubiläums wurde bereits im August gefeiert. Jetzt gab die "Factoria Session Band" den Ton an. Komplett konnte die Gruppe nicht antreten. Sie imponierte aber auch in kleiner Besetzung mit Fritz Bäumler, Melissa Bäumler und Matthias Steidl.

Das Repertoire reichte von christlich geprägten Liedern aus Nordamerika bis hin zu Weisen aus Irland und Schottland. Sie handeln von Liebe, Trauer, Eifersucht oder auch menschlichen Abgründen, bis hin zum Mord. Mit "Highland Cathedral", mächtigen durch das Kirchenschiff ziehenden Dudelsackklängen, eröffneten die Vollblutmusikanten den Nachmittag. Weiter ging es mit Erinnerungen an die "Little Mountain Church", eine kleine Kirche oben auf dem Berg. Bei den Sonntagsgottesdiensten sang dort die Mutter wie ein himmlisches Wesen. Engel spielten eine wichtige Rolle beim Wunsch, in der letzten Stunde von ihnen auf Schwingen getragen zu werden.

"Simple Life" erzählte vom einfachen und zufriedenen Leben unter der Obhut Gottes. Schottische und irische Tanzlieder verführten fast zwangsläufig zum Fußwippen. Eine Hymne galt dem schottischen General Sir Hector MacDonald. Verleumdungen trieben ihn in den Selbstmord. "Es war uns eine Ehre, bei ihnen zu dem Jubiläum spielen und singen zu dürfen", verabschiedete sich die Band unter Standing Ovations nach eineinhalb Stunden. Ohne Zugabe durften die Künstler aber nicht weg. "Nehmt Abschied Brüder", stimmten sie zum Ausklang an.

Außergewöhnlich und gut war nicht nur das musikalische Programm. Sörgel kümmerte sich um eine Überraschung; In der Pause gab es vor der Kirche Craft-Bier. Gebraut hatte den Gerstensaft Fabian Schöberl zusammen mit Freunden. Der Flossenbürger und die beteiligten Bierfans stellten unter Beweis, dass sich nach dem Studium in Weihenstephan die "Biermanufaktur Brauvaria" nicht verstecken muss.
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Matthias Steidl aus Flossenbürg | 21.10.2016 | 09:24  
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