Feier bei der CSU
70 Jahre sind kein Alter

"Den Männern der ersten Stunde gilt Respekt und Anerkennung." Zitat: Christina Rosner, CSU-Ortsvorsitzende
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Flossenbürg
22.11.2016
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"Ein solcher Abend macht Mut für die Zukunft", fasst Christina Rosner am Freitag ihre Eindrücke zusammen. Der CSU-Ortsverband feiert 70-jähriges Bestehen mit einem Blick zurück und mit Optimismus für die zukünftige Entwicklung.

(nm) Als Vorsitzende würdigte Rosner im St. Ötzener Hof Arbeit und Engagement der vergangenen 70 Jahre: "Zehn Männer fanden sich im Frühjahr 1946 zusammen und hoben in Flossenbürg die CSU aus der Taufe. In ihrem Sinn wurde bis zum heutigen Tag weitergearbeitet. Das war gewiss nicht einfach. Dahinter steht die Bereitschaft sowohl für die Partei als auch für den gesamten Ort etwas tun zu wollen, beides voranzubringen. Das gelang mit großem Erfolg."

Von Details und wichtigen Stationen erzählte Johann Werner. Der Altbürgermeister gehört der CSU bereits seit 55 Jahren an und hatte einen Großteil des Geschehens persönlich miterlebt, meist sogar an verantwortlicher Position: "Wir sollten am heutigen Abend auch einmal kurz innehalten. Dabei gilt den Männern der ersten Stunde Respekt und Anerkennung." Gemeint war damit auch Dr. Josef Müller. Der Mitbegründer der CSU und der erste Parteivorsitzende überlebte den Naziterror im KZ Flossenbürg nur durch Zufall.Auch wenn das Wort "Partei" nach Kriegsende eher einen bitteren Beigeschmack hatte, Müller war es ebenso wie den zehn Gründern in der Grenzgemeinde klar, dass der Neuaufbau angegangen werden musste: "Dazu brauchte es Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft anzupacken. Selbstverständlich war das nicht, denn die Sorgen um das eigene Leben wogen ebenfalls schwer, angefangen vom Hunger bis hin zur Wohnungsnot."

Als drängendes Problem und Riesenherausforderung stufte Werner die Arbeit für die Heimatvertriebenen ein: "Sie wohnten mangels anderer Alternativen lange Jahre in den KZ-Baracken und brauchten unbedingt eine menschenwürdige Unterkunft. Landkreissiedlungswerk und Gemeinde schafften es und lösten das Problem." Zwei Namen vergaß Werner nicht, Hans Menner und Hans Rosner: "Beide Männer marschierten über Jahrzehnte hinweg voran, zum Wohl der Partei, der Mitmenschen und des Ortes."

Ein gewichtiges Lob hatte als Ehrengast der Bundestagsabgeordnete Albert Rupprecht mitgebracht: "Wenn ich hoch oben auf der Burg stehe, wird mir beim Blick hinein in die Landschaft klar, wie sehr Flossenbürg unsere Heimat verkörpert." Menschen und Natur würden vor Augen führen, was die Region so wertvoll und so attraktiv mache. Der Ort habe gezeigt, dass politische Kultur nicht oberflächlich sein dürfe. Dazu gehöre beispielsweise der passende Umgang mit der Geschichte des Naziregimes und des ehemaligen KZ.

Werte sind wichtig


Als zweiten Themenschwerpunkt rückte Rupprecht die Sorge um Europa in den Blickpunkt: "In der Europäischen Union darf sich nicht nur alles um wirtschaftliche Aspekte drehen. Das Anliegen, dass Werte eine wichtige Rolle spielen, kommt oft viel zu kurz."

Der Parlamentarier forderte vehement ein flexibles Europa. Regeln und klare Vorgaben seien unverzichtbar: "Das darf aber nicht alles nur auf dem Papier stehen. Der Euro lässt ahnen, welch dramatischer Scherbenhaufen bleibt, wenn es ihn zerreißt." Fantasten würden Europa jedenfalls nicht helfen: "Die Flossenbürger zeigen, dass sich Realitätsbewusstsein und Arbeit für die Zukunft nicht ausschließen."

Den Männern der ersten Stunde gilt Respekt und Anerkennung.Christina Rosner, CSU-Ortsvorsitzende
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