Finanzen und schnelle Autos im Fokus

Noch ist es in der Gaststätte "Gaisweiher" ungemütlich. Tanja Schwanitz (links) ist vonseiten des Kommunalunternehmens zuversichtlich, dass das Restaurant auf dem Campingplatz in wenigen Wochen wieder eröffnen kann. Derzeit wird eine neue Decke eingebaut. Bild: nm
Vermischtes
Flossenbürg
08.11.2016
46
0

Rentieren sich die Millionen für die Erneuerung des Campingplatzes Gaisweiher? Wie sind rasende Autofahrer zu bremsen? 60 Bürger hoffen im Flossenbürger Rathaus auf Antworten.

(nm) Ziemlich genau eine Stunde nahm sich Bürgermeister Thomas Meiler für sein Fazit zur Gemeindeentwicklung Zeit. Nicht ganz so lange dauerte der Frage- und Antwort-Teil.

"Bringt uns der Ausbau am Gaisweiher überhaupt etwas?", stellte ein Zuhörer das Projekt im Gaistal in Frage. Der Bürgermeister Thomas Meiler warf als Antwort einen Umstand in die Waagschale, der oft vergessen werde. "Wenn die Wasser- und Kanalgebühren für den Gaisweiher wegfielen, können sie sich vorstellen, dass die Belastung für den Ort deutlich steigen würde."

Lob für Camper


Wie sehr die Flossenbürger und die Camper an "ihrem" Gaisweiher hängen, sei in den vergangenen Monaten immer wieder deutlich geworden. Der Verein ,Campingfreunde' leistet nicht nur verbal Unterstützung, sondern packt tatkräftig zu", lobte Meiler. "Gelder aus dem Solarpark fließen in das Gaisweiher-Projekt. Warum durfte das bei Kanal und Wasser nicht sein", hakte ein Bürger bei der Finanzierungsfrage nach. Meiler verwies auf gesetzliche Vorgaben. Um mehr Sicherheit für Kinder ging es den Bürgern bei Themen wie ungünstig parkende Autos, Zebrastreifen und Tempo 30. Die Zuhörer kritisierten, dass meistens die Einheimischen zu schnell fahren. "Auswärtige kennen sich nicht aus und fahren langsam." Auf der Wunschliste der Bürger stand ein kinderwagengerechter Umbau des Zugangs zum Spielplatz Torwiese.

Einen Vorstoß wagten die Bürger zur Möglichkeit, anstelle von projektbezogenen Straßenausbaubeiträgen auf eine neue, laufende Steuer zurückzugreifen. "Kleinere Orte werden mit einer solchen Lösung nicht glücklich. Der Gemeinderat hat sich damit intensiv befasst und einmütig Abstand genommen", antwortete Meiler.

Ums Geld ging es auch in Meilers Resümee. "Erfreulich ist, dass Flossenbürg Stabilisierungshilfe bekommt. Es sollen 200 000 Euro sein." Voraussichtlich sei die Auszahlung mit der Auflage verbunden, einen Großteil für eine Sondertilgung zu verwenden. Ende 2015 belief sich der Darlehensstand - ohne das Kommunalunternehmen zu berücksichtigen - auf 880 000 Euro, das sind 549 Euro pro Einwohner. Der Haushalt sieht Investitionen von mehr als 1,7 Millionen Euro vor. Das reicht vom Straßenausbau am Vogelherd über die neuen Bushäuschen bis hin zu der DSL-Erschließung.

Ein Euro pro Quadratmeter


2,3 Millionen Euro stellt das Kommunalunternehmen heuer und nächstes Jahr für die Freizeitanlage Gaisweiher bereit. 1,5 Millionen Euro kommen als Zuschüsse zurück. Bereits ab Dezember soll der Gaststättenbetrieb am Gaisweiher wieder laufen, verkündete der Rathauschef. Als Vorstand kümmert sich Tanja Schwanitz um das Kommunalunternehmen, das heuer zudem die Erneuerung der Wasser- und Kanalleitungen am Vogelherd zu schultern hat. Dazu müssen alle Grundstückseigentümer in der Grenzgemeinde Ergänzungsbeiträge berappen. Straßenausbaubeiträge kommen für die Anwohner am Vogelherd hinzu.

Meiler lobte die "Rentnertruppe", die sich für das Allgemeinwohl und für Vereine engagiere: "Es ist erstaunlich, wie aufgeschlossen die Flossenbürger sind, wenn es darum geht anzupacken." Wer bauen will, muss in Flossenbürg nicht viel Geld ausgeben, warb Meiler. Er verwies auf die Parzellen Am Kochbühl für 1 Euro pro Quadratmeter, plus 25 Euro für die Erschließung, sowie am Kapellenberg.
Weitere Beiträge zu den Themen: Bürgerversammlung (168)Gemeindeverwaltung (4)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.