Flüchtlingskinder Im Kindergarten
Ökumenisches Taxi

Mustafa (links) und Hasti (Dritte von rechts), Flüchtlingskinder aus Afghanistan und dem Irak, kommen künftig sicher in der Flossenbürger Kindergarten. Bild: Götz
Vermischtes
Flossenbürg
19.02.2016
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Bisher war der Transport von zwei Flüchtlingskindern aus Floß in den Kindergarten nach Flossenbürg eher provisorisch organisiert. Am Donnerstag wollten Gemeinde und Kirche dafür eine geordnete Struktur schaffen. Die Resonanz war überwältigend.

Nach einer Stunde fruchtbarer Gespräche war klar: Hastis und Mustafas wöchentlicher Transport nach Flossenbürg ist künftig klar geregelt. Ehrenamtliche bringen die beiden Flüchtlingskinder aus Afghanistan und dem Irak in den Kindergarten und auch wieder zurück nach Floß. "Ich war überwältigt von so viel Hilfsbereitschaft. 20 freiwillige Fahrer aus Flossenbürg und Floß stehen uns künftig zur Verfügung", freute sich Bürgermeister Thomas Meiler. Dabei müsse niemand öfter als einmal pro Woche fahren. "Jetzt haben wir feste Termine, wer sie holt und zurückbringt. Zehn Fahrer pro Woche und ebenso viele in der Hinterhand, die als Springer auch kurzfristig zur Verfügung stehen."

Auch Pfarrer Georg Gierl gewann dem Abend nur Positives ab. "Sehr gute Gespräche, an deren Ende auch alle rechtlichen Hürden beseitigt wurden", sagte er. So seien künftig Fahrer wie Kinder im Auftrag der Gemeinde unterwegs und daher über den Landkreis versichert. Ein privates Restrisiko aber bleibt: "Eine separate Versicherung für Sachschäden ist zu teuer. Sollte es zu Problemen kommen, greift dann hoffentlich die private Versicherung", sagte der Bürgermeister. Etwaige Missverständnisse kamen zur Sprache und Pfarrer wie Bürgermeister fanden mit den Gästen eine Lösung. "Die Fahrer erhalten einen Ausweis mit einem Gütesiegel der Gemeinde, damit die Eltern immer wissen, dass der Chauffeur auch berechtigt ist, ihre Kinder zu fahren", sagte Meiler. Eine Ausweitung des Fahrdienstes ist zunächst nicht geplant, auch wenn Meiler und Gierl entsprechende Pläne im Hinterkopf behalten. Meiler wolle genau beobachten, wie sich dieses Modell entwickelt und erst danach etwaige Schlüsse ziehen. "Wir wollen die Kapazitäten des Kindergartens besser nutzen und weiter zwei Gruppen mit vier Festangestellten bedienen", sagte der katholische Geistliche.

Sein evangelisches Pendant, Herbert Sörgel, erklärte sich zudem bereit, einmal pro Woche einen Fahrdienst zu übernehmen. "Meine Frau und ich boten ja schon einmal Kirchen-Asyl an und von daher ist uns diese Mentalität nicht so fremd. Die Flüchtlinge sind nun mal da und man muss ihnen helfen. Das ist für mich selbstverständlich und keine große Tat.
Wir wollen die Kapazitäten des Kindergartens besser nutzen.Pfarrer Georg Gierl
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