Förderverein für KZ-Gedenkstätte: Dekan Schötz folgt als Vorsitzender auf Werner
Neue Generation übernimmt

Dekan Karlhermann Schötz (Dritter von rechts) ist neuer Vorsitzender des Fördervereins für die KZ-Gedenkstätte. Für die Vorstandschaft ist er kein Unbekannter: Er engagiert sich bereits seit Jahrzehnten. Bild: nm
Vermischtes
Flossenbürg
06.10.2016
94
0

17 Jahre nach der Gründung stellt sich der Förderverein für die KZ-Gedenkstätte neu auf. Drei Vorstände zogen sich zurück und machten den Weg frei für einen Generationenwechsel. Unter ihnen auch der Vorsitzende und Altbürgermeister Johann Werner, dessen Posten Karlhermann Schötz übernahm.

Zuvor erinnerte Werner in der Versammlung im Museumscafé an den 3. September 1999. Damals hoben 27 Interessenten den Verein aus der Taufe. Heute sind es 132 Mitglieder. Sie kümmerten sich nicht zuletzt um Kontakte zu Überlebenden des Lagers, den Angehörigen und zu Organisationen. "Heuer waren bei dem alljährlichen Treffen Teilnehmer aus zwölf Nationen dabei. Man spürt, wie wichtig es Ihnen ist, sie aufzunehmen, mit ihnen zu reden und ihre Anliegen ernst zu nehmen." Werner bekam zudem Sitz und Stimme im Kuratorium der Stiftung Bayerische Gedenkstätten. Nach einer so langen Zeit sei nun aber ein Wechsel an der Vereinsspitze angebracht: "Es geht darum, jüngere Leute einzubinden und mit neuen Ideen anzutreten."

"Ehre und Verpflichtung"


Die Wahlen verliefen unter Leitung von Peter Sailer, Josef Völkl und Peter Schmidt reibungslos. Der neue Vorsitzende Schötz war bislang Beisitzer. Er ist Dekan in Sulzbach-Rosenberg, lange war er evangelischer Pfarrer in Flossenbürg. Schötz nannte es eine "Ehre und Verpflichtung, an der Spitze eines Vereins zu stehen, der eng mit der führenden Gedenkstätte in Europa verbunden ist. Am Herzen liegen mir zudem die Kontakte zu den ehemaligen Häftlingen und den Angehörigen". Unter Beifall würdigte Bürgermeister Thomas Meiler die Arbeit Werners: "Auf den Förderverein lässt sich auch in Zukunft nicht verzichten. Der Altbürgermeister hat dafür die Weichen gut gestellt."

Auch Kassier Hans Dirschedl und Schriftführer Bernhard Neumann schieden aus ihren Ämtern. Nachfolger wurden Alexander Sailer und Johannes Ibel. Ergänzt wird das Team durch Landrat Andreas Meier, Gedenkstättenleiter Dr. Jörg Skriebeleit, Bürgermeister Meiler, Eduard Malzer und Helmut Erndt.

"Ich freue mich auf die nächsten 20 Jahre", ließ Skriebeleit keine Zweifel aufkommen, dass "Abwerbeversuche" aussichtslos seien. Gleichzeitig dankte er für den Zuspruch, den er nach den Querelen um den geplanten Auftritt eines israelischen Fernsehkochs erfahren habe. Wenn etwas skandalös sei, dann die Tatsache, dass mit dem Sozialpreis die Arbeit mit behinderten Mitmenschen im Museumscafé hervorgehoben werden soll. So etwas sollte "längst Selbstverständlichkeit sein".

Das leistet der VereinBeispiele des Engagements im Förderverein stellte Dr. Jörg Skriebeleit vor. Die Gemeinschaft unterstützte den Auftakt zu einer Buchreihe mit Erinnerungen ehemaliger Häftlinge. Konkret ging es zu Beginn um das Werk "Elf Jahre", die veröffentlichten Erinnerungen von Carl Schrade an seine Haftzeit. Einen regelrechten Schatz fand Jan Svimberský. Er entdeckte in Tschechien einen spannenden Erinnerungsbericht, verbunden mit Zeichnungen und Fotografien. Der gibt auch die Zeit nach der Befreiung des Lagers wieder. Der Förderverein übernimmt für zwei Jahre die Anstellung von Svimberský. Er könnte bei der Gedenkstätte ansonsten nicht länger beschäftigt werden. Das Arbeitsverhältnis wiederum ist die Basis für einen Förderantrag. Er sieht vor, zusätzlich zu dem Buch eine Ausstellung zu schaffen. (nm)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.