Neue Bank am Panoramaweg
Der Sonne entgegen wandern

"Wer der Sonne entgegen wandert, lässt den Schatten hinter sich", steht auf der Bank am Beginn des Panoramaweges. Dahinter ist das Marterl zu sehen, dass Alfred Helgert (links) und Heinz Richter (rechts) gemeinsam aufgestellt haben. Bild: nm
Vermischtes
Flossenbürg
03.09.2016
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Vor oder nach dem Spaziergang auf dem Panoramaweg einige Minuten innehalten, verschnaufen, die Aussicht genießen oder auch ein kurzes Gebet sprechen. Um diese Anliegen kümmern sich Alfred Helgert und Heinz Richter.

Helgert hatte vor einigen Jahren die Idee, die Strecke rund um die Kogeri als Wanderweg auszuweisen. Er kümmerte sich um die Möblierung, von der Ruhebank über die Wegweiser bis hin zum Brotzeittisch. Das waren ungezählte Stunden harter Arbeit, für ihn aber vor allem die Realisierung einer Herzensangelegenheit. Der Heimat- und Naturfreund kennt das Gebiet wie seine Westentasche und wohnt nur wenige Meter entfernt im Ortsteil St. Ötzen. Mittlerweile besuchen Gäste von überall die etwas mehr als eine Stunde dauernde und leicht zu bewältigende Rundwanderung.

Kreuz im Kofferraum


Dass den Weg nun auch ein Marterl ziert ist Hegerts Bekannten Alois Bodenmeier aus Bergnetsreuth zu verdanken. Hegert solle sich das Kreuz doch mal anschauen. Es stand früher auf dem Wildenreuther Friedhof und war wegen der Neuanlage des Grabes überflüssig geworden. "So schnell konnte ich gar nicht schauen, wie der Alois das Kreuz in meinen Kofferraum packte", erzählt Helgert schmunzelnd.

Wegwerfen kam nicht infrage: "Das macht man mit einem Kreuz nicht. Außerdem war der Rahmen noch in einem einigermaßen guten Zustand." Ein halbes Jahr stand das Geschenk in der Scheune. Dann hatte er eine Idee - und fand einen Mitstreiter: Heinz Richter übernahm in seiner "Kreativ-Scheune" die Sanierung.

Leicht war das nicht. "Ich zerlegte das Marterl in seine Einzelteile. Das Eichenholz musste gesäubert und neu eingelassen werden. Ansonsten hatte es sich über die lange Zeit hinweg ausgezeichnet erhalten", berichtet er. Das Kreuz alleine genügte den Männern am Ende beziehungsweise Beginn des Panoramawegs aber nicht. Die beiden dort stehenden mächtigen Birken schrien förmlich nach einer Bank.

Blick zur Burgruine


Peter Schwanitz rückte mit seinem Bagger an, Untergrund und Einfassung wurden angelegt und Richter spendierte ein Ausstellungsstück aus der "Kreativ-Scheune". Einen passenden Spruch brannte er in die Lehne ein: "Wer der Sonne entgegen wandert, lässt den Schatten hinter sich." Die Bepflanzung als Rahmen soll im Herbst folgen. Von dem unmittelbar an der Straße zwischen St. Ötzen und Hildweinsreuth zu findenden Plätzchen bietet sich ein herrlicher Blick in Richtung Süden, bis hin zur Burgruine in Flossenbürg.

Ganz zufrieden ist Helgert dennoch nicht. Ein heftiger Sturm zog vor Jahren eine Schneise der Verwüstung über die Kogeri. So eröffneten sich entlang des Waldweges plötzlich herrliche Aus- und Weitblicke, der Startschuss für den "Panoramaweg". Die Natur holt sich aber langsam ihr Areal zurück und schränkt das Vergnügen ein: "Einen Kahlschlag will niemand, wenn aber der ein oder andere Baum weichen würde, wäre das eine deutliche Bereicherung."
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