Robin-Hood-City in Flossenbürg
Bogenschützen auf der Pirsch

In die Welt der Wikinger einzutauchen, war beim Treffen der Bogenschützen ebenfalls möglich. Die Darsteller ließen sich gerne über die Schulter blicken und informierten über alte Handwerkstechniken. Bild: nm
Vermischtes
Flossenbürg
31.05.2016
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Hirsche, Rehe, Wildschweine und viele andere Tiere hielten geduldig ab, als auf sie geschossen wurde. Glücklicherweise nur Attrappen, auf die die Mitglieder der "Traditionellen Jagdbogenschützen Deutschland" (TJBD) mit Pfeil und Bogen anlegten.

Vier Tage waren sie in Sankt Ötzen zu Gast. Der Ortsteil in der Nähe des Mittelpunktes Mitteleuropas verwandelte sich von Donnerstag bis Sonntag in Robin-Hood-City. Bereits seit 2007 genießen die TJBD-Mitglieder die Gastfreundschaft von Karl und Tanja Schwanitz. Auf dem weitläufigen Gelände bauen sie zu den Jahrestreffen Zelte und Wohnwagen auf. Heuer waren es rund 90 Teilnehmer, die aus ganz Deutschland, von Hamburg bis zum Schwarzwald, angereist waren. Wanderer staunten nicht schlecht, als sie plötzlich einem Fuchs, einem Fasan oder einem Bären gegenüberstanden. Noch dazu verharrten die völlig regungslos.

Im Wald auf der Pirsch


Beim Auftauchen der durch die Wälder um Sankt Ötzen streifenden Gruppen war den Spaziergängern aber schnell klar, was dahintersteckte. Die Schützen legten auf die Kunststofftiere aus einer Entfernung zwischen 8 und 25 Metern an. Angst vor herumschwirrenden Pfeilen musste niemand haben. Das Thema Sicherheit steht bei den Bogenschützen hoch im Kurs. Nur um Spaß ging es bei den Touren allerdings nicht. Ein bisschen Wettbewerb verbunden mit einer Wertungsreihenfolge musste schon sein. Unterschiedliche Punktezahlen belohnten die Treffsicherheit. Da war es durchaus wichtig, waidgerecht zu schießen. In Deutschland ist die Bogenjagd im Übrigen verboten.

Für die erfolgreichsten Schützen gab es viel Beifall und Preise. Gerne und häufig in Anspruch genommen wurde darüber hinaus der Übungsparcours. Dort durften auch Gäste Pfeil und Bogen in die Hand nehmen. Präsident Alois Hofherr und einige Helfer zeigten, worauf es beim Schießen ankommt. So leicht, wie es aussieht, ist es nicht. Die Bogenschützen verzichten auf Hightech oder Zieleinrichtungen. Viele bauen ihre traditionellen Lang-, Primitiv- oder Recurvebögen sogar selbst.

Teuer ist der Bogensport nicht. Für 200 Euro, eventuell sogar noch weniger, gibt es die komplette Einsteigerausrüstung, inklusive Bogen, Pfeile, Köcher und Schutz.

Ums Schießen drehte sich an den vier Tagen viel, aber nicht alles. Die Teilnehmer freuten sich vor allem auf die Begegnung mit guten Bekannten und den Erfahrungsaustausch am Lagerfeuer. Hoch im Kurs stand das leibliche Wohl. Schmankerl lieferte der Dutch Oven, ein in Kohlen eingepackter Topf, der Wikinger-Grill, der Smoker oder auch der mit einem Wildschwein bestückte Grill.

Wikinger-Treffen


Für Kurzweil sorgte eine Reihe von Aktionen. Auf dem Flohmarkt ließ sich Ausrüstung ein- und verkaufen, die Gäste prägten Kupfermünzen und erfuhren bei Workshops Neues. Spaß machte es, den angereisten Wikingern über die Schulter zu schauen. Die hatten, stilgerecht gekleidet, eine kleine Zeltstadt aufgebaut und informierten über alte Handwerkstechniken.
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