Scheune voller Ideen
Traumhafte Ideen aus Holz und Glas

Heinz Richter liebt Holz. Was sich aus dem Material alles zaubern lässt, ist in der "Kreativ-Scheune" in Hildweinsreuth zu bewundern.
Vermischtes
Flossenbürg
17.06.2016
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Bunte Akzente im grauen Granit. Wenn dann noch das Licht stimmt, ist das Genuss pur. Bilder: nm (3)

Vor Jahren kauft Heinz Richter wenige Meter vom "Mittelpunkt Mitteleuropas" entfernt einen Stadel. Inzwischen ist das Gebäude sein zweites Zuhause geworden. Wann immer es die Zeit zulässt, genießt der Hildweinsreuther ausgiebig den Aufenthalt in seiner Kreativ-Scheune.

Zunächst baute Richter auf dem Gelände Kartoffeln und Gemüse an, bis er eine völlig andere Leidenschaft entdeckte: den Umgang mit Holz. Als mehr Freizeit möglich war, befasste er sich damit intensiver und ließ seinen Ideen freien Lauf. Ein Brett war nicht mehr nur ein Objekt, sondern regte mit Größe, Art und Maserung Richters Fantasie an.

Was daraus wird, sieht jeder Gast am Stadeleingang. Dort stehen Fabelwesen, die unterschiedlichste Deutungen zulassen. Weiche Formen und eingelassene Würfel aus buntem Glas vervollkommnen das Werk. Glas mag Richter: "Erst recht, wenn es bunt ist und aus dem Bayerischen Wald kommt."

Dort holt er sich seine Schätze, die mit Holz kombiniert und weiter veredelt werden. Gut passt das Material aber auch zu Stein, ein weiterer Favorit. Was alles entsteht, das weiß der Hobbykünstler im Voraus nie. "Ich muss mir die Dinge erst anschauen und irgendwann sprudeln dann die Ideen. Die will ich aber niemandem aufdrängen. Jeder kann das sehen, was ihm spontan einfällt."

Reden und zuhören


Den sich daraus entwickelnden Gedankenaustausch schätzt Richter. "Ich akzeptiere es, wenn jemand seine Meinung für sich behält, den meisten Menschen macht es aber Spaß, mit mir über die Sichtweisen zu reden." Dazu gibt es in der Scheune genügend Gelegenheit. Zeit nimmt sich der Hausherr immer. "Reden und zuhören erweitern den Horizont", sagt er. Wer mit Richter reden will, muss vorher den Mund schließen, den er vielleicht vor Staunen weit aufgesperrt hatte. Überall stehen, hängen oder liegen Dinge, bei denen man gerne intensiver hinsieht. Einen regelrecht edlen Eindruck vermitteln Holzbänke in deren Lehnen Achat-Scheiben eingelassen sind. Bizarr ist der Blick in einen Baumstamm, den Ameisen zerfressen haben und der jetzt eine Grotte ist.

Ein vom Zahn der Zeit angenagtes Brett aus Exotikholz präsentiert sich, von Schmutz befreit, als Schmuckstück. Ein Gespür hat Richter dafür, wann und wie eine Kombination mit Glas infrage kommt. Der fragile Werkstoff lässt sich zudem ausgezeichnet mit Steinen in Verbindung bringen - Granit, Kiesel oder manches mehr: "Wenn dann noch das Licht mit den Materialien spielt, geht mir das Herz auf."

Da geht es den Besuchern nicht anders, ob auf dem Freigelände oder beim Spaziergang durch die Scheune. In jedem Winkel lässt sich etwas anderes entdecken. Eingestreut sind in Holz gebrannte, lustige, hintergründige oder auch nachdenklich stimmende Sprüche.

Im Mini-Biergarten


Weiter geht der Rundgang im Obergeschoss zwischen alten Radios, Krippen und einer Mineraliensammlung. Wer mehr über die glitzernden Objekte erfahren will, fragt Richter. Ein wenig versteckt findet sich außen ein Plätzchen, das Richter besonders schätzt: "Mein Mini-Biergarten hat mit Kunst allerdings zu tun. Hier genieße ich den Abend, allein oder mit Freunden." (Im Blickpunkt)
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