Theater im Theresienstadl Flossenbürg
Tote erwecken kostet extra

Turbulent ging es auf der Bühne im Theresienheim zu. Eine Fortsetzung des "Zaubers am Krugerhof" bietet der "Theresienstadl" bei drei Aufführungen an diesem Wochenende. Bild: nm
Vermischtes
Flossenbürg
15.04.2016
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Es waren zwei für die Zuschauer nicht ganz leichte Abende. Die Theatergruppe "Theresienstadl" startete mit dem Stück "Zauber des Krugerhofs" einen Großangriff auf Zwerchfell und Lachmuskeln.

Weitere drei Aufführungen stehen am Wochenende an. Regisseur Michael Pfab und Franziska Hettler verblüfften die Gäste zum Auftakt, passend zum Titel des Lustspiels in drei Akten, mit einem Zaubertrick. Das Versprechen, "für drei vergnügliche Stunden ist gesorgt", lösten anschließend die Hobbyschauspieler ein. Sie verwandelten die Bühne fast schon in ein Tollhaus. Situationskomik, heitere Einfällen und Wortspielereien garnierten eine haarsträubende Geschichte.

"Wir lassen dich sterben"


Los geht alles mit den finanziellen Sorgen von Justus, dem Hausherrn am Krugerhof. Hinzu kommt der Traum vom süßen Nichtstun auf der Insel Rhodos. Der beste Freund und die Haushälterin hecken mit ihm einen Plan aus: "Wir lassen dich sterben und kassieren die Lebensversicherung. Du musst dich aber daran gewöhnen, tot zu sein."

Das ist allerdings leichter gesagt als getan. Beim Verfassen des Testaments passiert Justus ein folgenreicher Fehler. Der Lapsus hat zur Folge, dass eine ungeliebte Cousine anrückt um das Erbe anzutreten. Zunächst lässt sich die nicht einmal vom Fluch, der auf dem Hof liegen soll und auch nicht von spukenden Geistern beeindrucken. Der unter dem Pantoffel stehende Ehemann und der mit angereiste Anwalt sind da schon deutlich empfindlicher. Sie schlottern vor Angst und müssen eine Gänsehaut-Nacht mitmachen, die sich nur mit Schnaps ertragen lässt.

Als selbst eine Geisterbeschwörerin nicht mehr weiterhelfen kann ("Tote erwecken kostet einen Aufpreis") wendet sich doch noch alles zum Guten. Der Justus kehrt in das Reich der Lebenden zurück, die boshafte Cousine zieht ab und für die Liebesgeschichte der Haushälterin und des Anwalts gibt es ein Happy End. Den Szenenapplaus und den langen Schlussbeifall hatten sich Wolfgang Krug, Manfred Sladky, Michael Waldmann, Barbara Birkner, Stefan Erndt, Carmen Memminger und Tobias Säckl redlich verdient. Der katholische Frauenbund kümmerte sich um das leibliche Wohl.

Drei AufführungenWer heute, Samstag oder Sonntag, 16. und 17. April, die Wohnzimmercouch gegen herzerfrischende Unterhaltung eintauschen will, muss sich sputen. Es gibt nur noch Restkarten zum Preis von fünf Euro bei Familie Sladky, Telefon 09603/8509.
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