Thorsten Hoschopf bringt ausländisches Flair mit
Kanada am Gaisweiher

Ein Bootshaus, Wald und See: Der Auswanderer Thorsten Hoschopf hat sich bei seiner Rückkehr sofort in den Gaisweiher verliebt. Das Panorama erinnert ihn an Kanada, nur Vegetation und Klima sind auf dem Flossenbürger Campingplatz nicht so rau. Bild: Konrad
Vermischtes
Flossenbürg
04.10.2016
1653
0

Burgruine, Badeweiher, Märchenwald: Für Thorsten Hoschopf ist der Campingplatz "wunderbar". Nach acht Jahren in Banff am Fuß der Rocky Mountains will er hier sesshaft werden.

Die Gemeinde lässt die Fenster austauschen, die Decke isolieren und die Terrasse neu bauen. Der Campingplatz am Gaisweiher erhält eine Zukunft. Dafür ist auch der neue Pächter Thorsten Hoschopf verantwortlich. Mit seinem eigenen Geld plant er einen Neubau der Küche und ein Restaurant im kanadischen Stil. Dem gelernten Koch hilft die ganze Familie. "Ohne meine Mutter hätte ich es nicht geschafft." Der 35-Jährige findet den Platz "wunderbar". Den See etwa, und die Ruine auf dem bewaldeten Hügel gegenüber: "Wenn wir Gewitter haben und ein Blitz einschlägt und die Burgruine aus dem nichts aufleuchtet - Wahnsinn!" In der Nähe sei ein Bachlauf mit einer alten Mühle. Hoschopf schwärmt von den Granitfelsen und dem "Märchenwald", der den Campingplatz umgibt.

Als Koch muss man reisen


Er hat beschlossen, sich hier niederzulassen. Stolz berichtet er von den geplanten Umbauten auf dem Campingplatz: An ein Piratenschiff im Weiher schließen sich ein Turm und ein Kindermatschplatz an. Eine neue Schwimminsel kann auch als Bühne für Veranstaltungen genutzt werden. Im hinteren Teil des Campingplatzes ist ein Ausbau für Jugendgruppen geplant: Grillhütte, Versammlungsplatz, Feuerstelle und Sandstrand werden angelegt oder erneuert.

"Meine Familie wollte ja eh, dass ich zurückkomme", erklärt Hoschopf. Mit 27 ging er für acht Jahre nach Kanada: "Als überzeugter Koch mit Herz muss man herumreisen", sagt er. Seine Ausbildung absolvierte er im Bayerischen Hof in Waldsassen bei Wolfgang Sperber. Danach kocht er jedes Jahr in einer anderen Küche. Bei einem Informationstag in Dortmund ließ er sich anwerben. "Jetzt oder nie", habe er sich gedacht. In der kanadischen Kleinstadt Banff seien sie fasziniert von ihm gewesen, sagt der gebürtige Konnersreuther. Hoschopf arbeitete in leitender Tätigkeit im "Three Ravens". In seiner Freizeit fährt er Ski in den Rocky Mountains, ist mit Freunden unterwegs und lernt seine heutige Freundin kennen. Er habe dort richtig gut verdient, sagt Hoschopf. Doch irgendwann bekam er Heimweh.

Keine Zukunft in Kanada


"Wir konnten wegen der gentechnisch veränderten Produkte vieles nicht anbieten. Die Tomaten kannst du wochenlang aufheben, geschmacklich waren sie furchtbar." Man könne sich dort nicht gesund ernähren, sagt Hoschopf. Die Süße des gentechnisch veränderten Soja, Mais oder Raps sei in allen Getränken. "Ich habe in Kanada so viele Allergiker gesehen, wie nirgendwo in Deutschland." Das komme von der Gentechnik und der Ernährung, meint Hoschopf. Brot, Milchprodukte und Nüsse: All das mussten sie von der Karte streichen, weil das Kochen wegen der Allergien ihrer Gäste zu kompliziert geworden war. Für Hoschopf wurde bald klar: Hier will er nicht bleiben, oder eine Familie gründen.

Der Oberpfälzer spart Geld und findet über Kontakte heraus, dass er Pächter am Gaisweiher werden kann. "Irgendwann musst du mal sesshaft werden. Was eigenes aufbauen ist mein nächstes Großprojekt. Ich will den Leuten zeigen, was ich kann." Die 140 Dauercamper haben ihn gut aufgenommen. Das sei das Wichtigste, meint Hoschopf. "Man muss ihnen schon zeigen, dass man's will. Wenn die einen Krustenbraten für ihren Geburtstag oder 20 Schnitzel wollen, bekommen die das."

Rehbraten in Rotwein


Morgen kocht Hoschopf für eine kleine Abendfeier: "Da gibt's Rehbraten in Rotwein und Senf mariniert, Lammbraten in Balsamico und Schweinebraten in Zoiglsauce, dazu hausgemachte Semmelknödel, Kartoffelknödel und Blaukraut." Im Oktober endete für ihn die Saison. Dann beginnt der Umbau. Bis Dezember soll die energetische Sanierung der Gaststätte abgeschlossen sein. Dann startet sein eigentliches Projekt: die Innenausstattung. "Ich hoffe, es dauert nicht zu lang."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.