Versicherung kein Allheilmittel
Wer haftet, wenn Kinder Unfug treiben?

Vermischtes
Flossenbürg
03.06.2016
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Wenn der Nachwuchs Unfug treibt, haften Eltern für ihre Kinder. Aber nicht immer. Wann dieser knifflige Sonderfall eintrifft, erklärt Ulrike Großmann Flossenbürger Eltern.

Niemand wünscht es sich, aber haftungs- und versicherungsrechtliche Fragen spielen im Alltag häufig eine Rolle. Das zeigte der gute Besuch eines Vortrags im Theresienheim. Besonders schwierig sei es, wenn Kinder im Spiel sind. "Dann ist es wichtig, gut informiert zu sein", betonte Ulrike Großmann.

Der Kindergarten hatte zu dem Informationsabend eingeladen. Beweggründe schilderte Christine Schwepesch: "Es geht um knifflige Themen, mit denen jeder konfrontiert sein kann. Schwerpunkte sind eine Reihe von Aspekten aus Sicht der Eltern." Großmann verstand es ausgezeichnet, die trockene Materie übersichtlich, verständlich und interessant vorzustellen.

Entwicklungsstand wichtig


Zum Auftakt setzte sie sich mit Haftungsfragen auseinander: "Bis zu sieben Jahren sind Buben und Mädchen deliktunfähig. Speziell im Straßenverkehr gilt das bis zum Alter von 10. Bis 14 gibt es die sogenannte bedingte Deliktfähigkeit." Der Satz "Eltern haften für ihre Kinder" gehe an der Realität vorbei. Er trifft nur beim Verletzen der Aufsichtspflicht zu: "Dafür gibt es keine für jeden Fall zutreffenden Regeln. Rund um die Uhr und hautnah beaufsichtigen funktioniert nicht." Eine Rolle kommt unter anderem dem Entwicklungsstand des Kindes zu.

Großmann warnte davor, blind auf eine private Haftpflichtversicherung zu vertrauen. Das könne übel ausgehen: "Wichtig sind der Umfang und das Kleingedruckte. Da gibt es viele Fallstricke." Einen Tipp gab die Expertin zur Internetnutzung: "Bei Tauschbörsen oder anderen illegalen Downloads kann es schnell zu Schadensersatzansprüchen kommen. Geben Sie Ihrem Kind klare Regeln vor und halten sie die aus Beweisgründen am besten schriftlich fest."

Ausführliche Hinweise galten möglichen Absicherungen bei Unfällen, Invalidität oder Tod: "Sie sollten nicht nur an entsprechende Versicherungen für den Nachwuchs denken, sondern genauso an den eigenen finanziellen Schutz. Wenn Ihnen etwas passiert und die Kinder fast mittellos dastehen, wird es oft extrem schwierig." Mit einem weit verbreiteten Irrtum räumte die Referentin ebenfalls auf: "Unfallversicherungen stehen hoch im Kurs. Schauen Sie nach, was Sie tatsächlich bekommen würden."

Nicht gleich unterschreiben


Nur in einer geringen Zahl von Fällen gebe es überhaupt Leistungen. Weitaus sinnvoller erscheine eine Absicherung bei Invalidität. Informationen zu weiteren Versicherungen oder Sparmöglichkeiten rundeten den Vortrag ab: "Schließen Sie nicht übereilt Verträge und prüfen Sie genau. Auf fachkundigen und unabhängigen Rat sollten Sie nie verzichten."
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