Vor Vogelherd-Ausbau: Inforunde im Rathaus
Erst fragen, dann fräsen

Fragen zum Vogelherd-Ausbau gab es am Mittwoch mehr als genug. Ansprechpartnerin im Rathaus für die Maßnahme ist Tanja Schwanitz (hinten, Zweite von rechts). Bild: nm
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Flossenbürg
27.02.2016
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Das Bauunternehmen steht in den Startlöchern, am Dienstag geht es los: Das Wohngebiet Am Vogelherd bekommt ein neues Gesicht. Letzte Fragen konnten Anwohner bei einer Versammlung im Rathaus klären. Dabei gab es eine Überraschung und ein Angebot.

Über als 50 Anwohner ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, mehr über das Geschehen in den kommenden Monaten zu erfahren. Sie hörten aber auch eine Bitte: "Lassen Sie ihre Autos nicht auf der Straße stehen", appellierte Bürgermeister Thomas Meiler im Sitzungssaal. Hintergrund waren die zum Auftakt anstehenden Arbeiten. Die Waldmünchener Firma Wagner fräst ab Dienstag die Straßenbeläge in dem an die KZ-Gedenkstätte angrenzende Wohngebiet ab: "Da wird es, wie auch im weiteren Verlauf, Behinderungen geben."

Bereits im Vorfeld der als Teil der Städtebauförderung laufenden Maßnahme hatte es eine unangenehme Überraschung gegeben: Teile der Flächen sind mit pechhaltigem Teer belastet. Das Fräsgut muss zu einer Sonderdeponie abgefahren werden. Bevor es dann mit dem Straßenbau weitergeht, kommen zunächst die Wasser- und Kanalleitungen dran. Sie werden im gesamten Bereich erneuert. Auch das wird nicht ohne Beeinträchtigungen ablaufen.

Wie wichtig es aber sei, vor Ort etwas zu tun, führten Bilder und Hinweise des Städtebauplaners Armin Juretzka vor Augen: "Der Vogelherd schreit förmlich nach einer Neuordnung und einem Neuausbau." Dabei spiele die Funktion der Straßenzüge für den Fahrzeug- und den Fußgängerverkehr ebenso eine Rolle wie die Absicht, eine wohnliche Atmosphäre zu schaffen und das Erscheinungsbild deutlich aufzuwerten.

Ingenieur Hannes Oberndorfer bezeichnete die Firma Wagner als erfahren. "Die Verantwortlichen und die Arbeiter vor Ort werden für ihre Anliegen ein offenes Ohr haben." Das sicherten auch Firmenchef Siegfried Wagner und Bauleiter Andreas Lobinger zu. Bis Jahresende sollen die Arbeiten erledigt sein. Schönreden wollten die beiden den Verlauf aber nicht: "Da wird es schon einmal passieren, dass sie ihre Häuser über einige Tage hinweg nicht mit dem Auto erreichen können." Ein Angebot hatten sie ebenfalls mitgebracht: Falls Änderungen an Einfahrten, Zugängen oder Hausanschlüssen vorgenommen werden sollen, lasse sich das gleich im Zuge der Maßnahme abwickeln. "Zahlen müssen sie das natürlich, aber eine Selbstverständlichkeit ist es nicht", sagte Meiler.

Die Anwohner selbst hatten viele Fragen und manche Forderungen. Zu Letzteren gehörte, bei der Detailgestaltung auf genügend Raum für den Fahrzeugverkehr zu achten.

Einstellen müssen sich die Grundstückseigentümer allerdings auf Post aus dem Rathaus. Die Kommune verlangt Ausbaubeiträge. Gestalterische Elemente fließen in die Bescheide aber nicht ein. Knapp zwei Millionen Euro muss die Gemeinde für Straßenbau, Wasser- und Kanalleitungen auf den Tisch legen. Hinzu kommen rund 225 000 Euro für Materiallieferungen der örtlichen Granitunternehmen Baumann und Fröhlich.
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