Wanderbrauer will mit Qualität statt mit Masse punkten
Wanderer braut mit Gartenhopfen

So schön kann Vorfreude sein: Der goldfarbene Gerstensaft sieht nicht nur gut aus, er schmeckt anschließend auch. Bild: nm
Vermischtes
Flossenbürg
29.10.2016
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Wenn es ums Bier geht, gibt es ganz verschiedene Geschmäcker. Fabian Schöberl ist einer, der sich mit Craft-Bieren beschäftigt.

(nm) Aus einer Bierlaune heraus erfüllte sich Schöberl mit vier Kumpeln im Sommer 2015 einen Traum. Die fünf, die sich aus der Schule kennen, brauten eigenes Bier. Die "Biermanufaktur Brauvaria" war geboren. Jeder hatte eine eigene Aufgabe. Schöberl kümmert sich um das Brauen. Er kennt sich damit aus.

Das Hintergrundwissen liefern zehn Semester Studium des Brauwesens und der Getränketechnologie in Weihenstephan. Vor wenigen Wochen setzte der 27-jährige Flossenbürger mit dem Master-Abschluss einen Schlusspunkt. Eigenen Gerstensaft will er weiter herstellen. "Wir freuen uns, wenn das Angebot Aufmerksamkeit findet und den Leuten schmeckt. Im Vordergrund steht nicht Masse sondern Qualität."

Das Reinheitsgebot lässt viel Spielraum für unterschiedliche Geschmacksausrichtungen. Hinzu kommt die Güte der Rohstoffe, die sich nicht zuletzt im Einkaufspreis widerspiegelt. Unter fast 200 zugelassenen Hopfensorten finden sich extrem rare und teure Edelpflanzen. Aktuell verwenden die Hobbybrauer Hopfen aus dem eigenen Garten: "Der gedeiht bei uns gut."

Der Hopfen diente als Seele des derzeit in den Tanks lagernden Biers. Es ist speziell für Weihnachten gedacht: "Uns geht es um den Genuss und den Spaß an der Freud. Wie es in Zukunft weitergeht, hängt vom Absatz ab." Auf einschlägigen Internet-Plattformen ist Brauvaria inzwischen gut vertreten. Beim Vertrieb in der Region hapert es noch.

Traum sind eine eigene Brauanlage und eigene Räume. Bisher waren die jungen Leute als Wanderbrauer unterwegs. Sie mieteten sich in Brauereien oder Sudhäusern ein. Derzeit kochen sie die Würze im Brauhaus Floß. Gebraut wird in Chargen ab 500 Litern. Fünf verschiedene Craft-Biere gibt es von "Brauvaria" inzwischen. Der "Groß-Wuidara" wurde sogar mit einem Preis ausgezeichnet.

Es war die vierte Biersorte und ursprünglich hätte es bei den Nummern als Bezeichnung bleiben sollen: "Das gefiel uns schon bald nicht mehr. Namen sind besser." So gibt es "Hopfenweiße", "Barbatus Rubidus" bis hin zum "Groß-Wuidara". Den kirchlichen Segen gab es noch nicht, vor der evangelischen Pankratiuskirche kamen vor Kurzem aber zwei Kisten zum Ausschank.

Pfarrer Herbert Sörgel hatte das Flossenbürger Craft-Bier zu einem Jubiläumskonzert mit zum Gotteshaus gebracht. Gefeiert wurde der 300. Jahrestag der Grundsteinlegung. In der Pause durften sich die Zuhörer stärken. Lob kam obendrauf: "Mit dem Bier lässt sich gut anstoßen. Es schmeckt." Gebraut wurde es aus Rohstoffen, die maximal zwei Landkreisgrenzen überwinden mussten. Durch den Einsatz von Hersbrucker Aromahopfen im Sudhaus und Lagerkeller entwickelten sich blumige und limettenartige Aromen.

Auf die Frage, ob Brauer oder Hobbybrauer eine gesundheitsgefährdende Tätigkeit ausübten, musste Schöberl lachen. "Der Konsum sollte sich wegen der beim Brauen zu treffenden Entscheidungen in Grenzen halten."
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