Wiese als Wunderwerk
Neuer Regionalreferent des Bundes Naturschutz sieht sich Vorzeigeprojekt nahe Hildweinsreuth an

Eine ganz besondere Wiese mit 64 Pflanzenarten nahmen Jürgen Holl, Manfred Wiedermann, Reinhard Scheuerlein und Richard Mergner (von links) unter die Lupe. Seit 1988 kümmert sich die Gruppe kontinuierlich um die Pflege. Eine Plakette auf aufgeschichteten Granitfindlingen weist darauf hin. Bild: nm
Vermischtes
Flossenbürg
16.07.2016
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Wer am Mittelpunkt Mitteleuropas in Hildweinsreuth nicht umkehrt sondern weitergeht, stößt wenige Hundert Meter entfernt auf ein Schmuckkästchen. Vertreter des Bundes Naturschutz sahen sich diese Flachmoorwiese, die die Ortsgruppe Floß betreut, genauer an.

Dabei stellte sich gleich mal Reinhard Scheuerlein als neuer Bund-Regionalreferent für die Oberpfalz vor. Der Flosser Vorsitzende Manfred Wiedermann empfing ihn, den Landesbeauftragten Richard Mergner und den Leiter der Weidener Kreisgeschäftsstelle Jürgen Holl unmittelbar auf dem knapp 1,5 Hektar großen Gelände.

Der Blick von der Straße ins Tal ließ die Gäste staunen. Zwischen Wald-, Wiesen- und Ackerflächen sticht das Biotop ins Auge. Das Gras steht hoch, genauso aber auch eine Vielzahl weiterer Pflanzen. Wiedermann berichtete von 64 Arten. Dazu gehören verschiedene Orchideen, das Knabenkraut, die Arnika, Nelken, das Fettkraut oder das Sumpfherzblatt. Deutlich erkennen lässt sich die Zweiteilung der nährstoffarmen Fläche in Feucht- und Trockenbereich.

Gemäht wird von Helfern aus Floß und Flossenbürg einmal im Jahr. Wiedermann berichtete: "Es ist mühsame Handarbeit und das Mähgut muss anschließend aufwändig abtransportiert werden." Seit 1988 kümmert sich die Gruppe kontinuierlich um die Pflege. Eine Plakette auf aufgeschichteten Granitfindlingen weist darauf hin. Ein enges Miteinander gibt es mit dem Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald: "Mathilde Müllner schaut oft vorbei." Ein eindringlicher Appell galt der Politik: "Es muss etwas getan werden für Landwirte die zum Naturschutz beitragen. An solchen Flächen lässt sich nichts verdienen. Sie machen aber die Eigenart unserer Landschaft aus. Leider verhallen unsere Appelle oft ungehört." Agrarförderung müsse grüner und gerechter werden. Scheuerlein will nicht nur die Ortsgruppe Floß, sondern nach und nach die ganze Oberpfalz kennenlernen. "Mir ist bewusst, wie wichtige gute Kontakte sind. Die müssen von unten nach oben und genauso umgekehrt funktionieren."
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