Vorsicht Radler und Wanderer
Holzernte rund um die Silberhütte

Auf dem bayerisch-böhmischen Grenzkamm informierte der Forstbetrieb, warum und wie er einen Harvester einsetzt. Bild: nm
Wirtschaft
Flossenbürg
16.07.2016
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Er ist grün, groß, so stark wie 244 Pferde und trägt den fast martialischen Namen "Kern 40-T". Der Harvester ist rund um die Silberhütte bis voraussichtlich Ende August mit der Holzernte beschäftigt. Das hat Folgen für Wanderer und Radler.

Silberhütte. In der Waldabteilung "Schauertanne" im Bereich der Silberhütte ist die Arbeit weithin zu hören. Revierförster Oswald Hamann aus Flossenbürg stellte am Dienstag den Ablauf vor. Er ließ Sebastian Höllerer vom Landwirtschaftsamt, Alexander Klettner vom Förderkreis Skilanglaufzentrum, Manfred Wiedermann vom Bund Naturschutz und Alfred Helgert vom OWV hinter die Kulissen blicken.

Schneisen unvermeidlich


Das Ziel der Aktion ist nicht nur unter finanziellen Aspekten zu sehen: "Wir wollen den nachwachsenden jungen Bäumen mehr Licht und mehr Raum geben. Nur so lässt sich sicherstellen, dass es eine kontinuierliche und für den Standort angepasste Entwicklung gibt. Mit Kahlschlag hat das nichts zu tun. Die Holzernte wurde sorgfältig vorbereitet. Die Entnahmen erfolgen punktuell, je nach Notwendigkeit." Hamann verwies auf den außergewöhnlichen Charakter des Bestandes: "Darauf nehmen wir Rücksicht. Wir wollen den Bergmischwald erhalten und stärken." Dazu werden im Herbst 8000 Weißtannen gepflanzt. Ganz ohne Probleme geht die aktuelle Holzernte nicht ab. Im Vorfeld ging es insbesondere um die Frage, ob Handarbeit infrage kommen kann. Der Forstbeamte ließ an dem Nein keinen Zweifel: "Das wäre aufgrund des dichten Bewuchses für unsere Leute extrem gefährlich. Die Entscheidung fiel deshalb zugunsten eines Harvesters."

Die riesige Raupe gehört den Staatsforsten und ist in Bodenwöhr stationiert. Damit sie Robert Frischholz einsetzen kann, lassen sich Schneisen im Abstand von rund 30 Metern nicht vermeiden. Von dort aus holt sich das Gerät die zu fällenden Bäume mit einem Greifer. Die Kraft, die dahinter steckt reicht aus, um die Stämme senkrecht herauszubekommen und sie erst im Bereich der angelegten Schneisen umzulegen: "Verletzungen der anderen Bäume lassen sich zwar nicht vermeiden, sind aber deutlich geringer als beim Fällen per Hand."

Um Verständnis bittet Hamann Wanderer, Spaziergänger und Radler: "Sich in der Nähe der Arbeitsbereiche aufzuhalten ist lebensgefährlich. Gefahren gehen von den Maschinen, von umstürzenden Bäumen oder auch von hängengebliebenen und herunterfallenden Ästen aus." Ohne Wegesperrungen und Umleitungen lasse sich an ein vernünftiges Arbeiten nicht denken. Der Forst verständigte dazu das Landratsamt Neustadt und den Oberpfälzer Waldverein: "Wer dennoch durchmarschiert oder durchradelt muss lebensmüde sein."

Zeitpunkt bewusst gewählt


Ein Großteil der Menschen zeige sich einsichtig. Und der gelegentlich zu vernehmende Ärger darüber, sein Ziel nicht auf direktem Weg erreichen zu können, sei zwar verständlich, bleibe aber gezwungenermaßen alternativlos. Nicht auswählen ließ sich ein anderer Zeitraum: "Mir ist klar, dass die Bäume jetzt im Saft stehen, aber wir müssen vor dem Herbst komplett fertig sein. Nur so lässt sich bewerkstelligen, dass es keine Beeinträchtigung für den Betrieb des Skilanglaufzentrums Silberhütte gibt."
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