Roller-Trupp auf erster Mehrtagestour
Rentner rollern Richtung Süden

Eine Station auf der Tour in den Süden: die Rollerfahrer vor dem Walchensee-Kraftwerk. Bild: ö
Freizeit
Freihung
19.08.2016
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Seugast. (ö/dko) Seit Mai versuchen sie es, jetzt hat es geklappt: Die Rentner-Roller-Truppe erfüllt sich einen Traum und tritt zu ihrer ersten Mehrtagestour an. Auf sieben motorisierten Zweirädern düsten sie ins 271 Kilometer entfernte Seeshaupt am Starnberger See.

"Wir benutzen möglichst kleine Wege", sagt Otto Schönberger vor dem Start. Er ist Motor seines Trosses und hat die Strecke zusammen mit Roller-Freund Ulli Fehn ausgekundschaftet: "Ich weiß genau, wo wir entlang fahren: Von Seugast aus geht es zum Beispiel nicht über Amberg, sondern über Hirschau, Lintach, Paulsdorf und Högling nach Haselmühl." Dort werden sich die Senioren treffen und gemeinsam weiter fahren. Der jüngste von ihnen ist 69, der älteste 88 Jahre.

Kaum Bundesstraßen


Für die Tour lassen sich die Pensionäre viel Zeit: Überwiegend geht es über Kreis- und Flurbereinigungsstraßen. "Wir benutzen Bundesstraßen nur, wenn es sein muss." Die Navigation sei deshalb sehr schwierig, erklärt Schönberger. Es könne auch sein, dass sie sich ein oder zwei Mal verfahren. Die Rollerfans wollen sich aber keinen Zeitplan aufdrücken lassen: Die Route werde "so gemütlich, als möglich", betont der Rentner.

Rollerfahren ist für Schönberger alleine schon "spitze". "Aber in der Gemeinschaft ist es ein absolutes Erlebnis. Das kann ich fast nicht beschreiben, wie das ist." Begeisterte Mitfahrer riefen ihn an: "Fahr' ja nicht am Dienstag! Da muss ich Honig schleudern!" Wenn jemand einen Arzttermin habe, verlege er den. "Das ist kein Grund, nicht dabei zu sein." Ursprünglich sei der Seugaster Seniorenstammtisch mal gewandert. Doch in den vergangenen Jahren hätten sich immer mehr einen Roller zugelegt. So begann die Zeit der gemeinsamen motorisierten Ausflüge. Und ein Höhepunkt davon war für die Crew die Tour in den Süden. Zur ersten Mehrtagesreise machten sich Otto Schönberger, Hans Götz, Rudi Schönl, Ulli Fehn, Ossi Weigert und Dieter Mohr auf. Sie hatten auch ein Begleitfahrzeug dabei: zur Sicherheit und für das Gepäck. Bernhard Schönl und Hans Rupprecht steuerten es.

Nach acht Stunden Fahrzeit und 304 Kilometern, einigen Irrwegen und einer längeren Mittagspause in einem schattigen Waldbiergarten bei Reisgang, erreichten die Seugaster ihr Ziel am Südzipfel des Starnberger Sees. Dort besuchten sie Margot und Wolfgang Franz. Die ehemaligen Inhaber der Seugaster Porphyrwerke haben sich in Seeshaupt eine Villa gebaut. Franz war unter anderem 13 Jahre Schützenmeister von Gut Ziel Seugast. Als das Ehepaar vom Vorhaben der Ausflügler gehört hatte, stellten beide ohne große Umschweife Räume als Quartier für die Reisenden zur Verfügung. Den Kontakt hatte Otto Schönberger hergestellt.

Boots- und Gipfeltour


In den nächsten zwei Tagen genossen die Oberpfälzer ihren Aufenthalt. Sie fuhren mit dem Schiff über den Starnberger See und bestiegen den Hohenpeißenberg. Dieter Mohr zeigte seinen Freunden das Walchenseekraftwerk, in dessen Nähe er 30 Jahre in Schlehdorf gelebt hatte und erklärte dessen Funktionsweise. Zum besonderen Erlebnis für die begeisterten Rollerfahrer wurde die Passage über die neun Kilometer lange Kesselbergstraße von Kochel nach Walchensee mit ihren zahlreichen Kurven und Kehren und dann wieder zurück. Ein Besuch des Klosters Benediktbeuern rundete den Ausflug ab.

Seichatsa in Seeshaupt


Den Abschiedsabend verbrachten Besucher und Gastgeber auf der Loggia des Hauses. Otto Schönberger überreichte Hausherrin Margot Franz einen Blumenstrauß und übergab im Auftrag von Bürgermeister Norbert Bücherl den Bildband des Marktes Freihung mit persönlicher Widmung.

Schönberger bedankte sich für die großzügige Gastfreundschaft. Er betonte, dass dieses Erlebnis ohne Margot und Wolfgang Franz nicht möglich gewesen wäre. Zum Dank überreichte er ein Fotobuch mit dem Titel "Zwoa Seichatsa in Seeshaupt", in dem die Aktivitäten der beiden während ihrer Seugaster Zeit in Text und Bild dokumentiert sind.

Auf dem Heimweg verloren die Rollerer zwischenzeitlich zwar den Kontakt zu ihrem Begleitfahrzeug, doch in Wolfsbach trafen sich alle wieder, um nach vier Tagen gemeinsamer Erlebnisse voneinander Abschied zu nehmen.
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