Dirk Friedrich und Matthias Wiesenhütter besingen pfiffig Alltagssorgen in Elbart
Melancholie des wahren Lebens

Mit selbstgetexteten Liedern, begleitet von virtuosem Gitarrenspiel, sorgte das Duo Friedrich und Wiesenhütter für niveauvolle Unterhaltung in der Kulturscheune Elbart. Bild: prö
Kultur
Freihung
15.04.2016
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"Hättste mal gleich gelebt. Das Leben ist kein Test" stand auf dem Programm der Kulturscheune Elbart. Ganz ungewohnt begann diese musikalische Revue mit dem Abspielen einer betagten Schellackplatte auf einem uralten Grammophon. Mit "Heimweh nach Berlin" von den 3 Travellers erwies der Hausherr, Günter Preuß, den Künstlern des Abends, zwei ausgeschlafenen Berliner Jungs, so seine Referenz.

Charme und virtuose Musik


Dirk Friedrich und Matthias Wiesenhütter gastierten bereits zum zweiten Mal in der Kulturscheune Elbart und hatten schon bei ihrem ersten Auftritt das Publikum begeistert. Mit Texten, die dem wahren Leben abgeschaut waren, gepaart mit virtuoser Gitarrenmusik und komödiantischem Charme nahmen sie ihre Zuhörer mit auf eine Reise zwischen Melancholie und Sarkasmus.

Dabei betrachteten sie mit Seitenblicken und Augenzwinkern die Widrigkeiten des Lebens und das wechselvolle Spiel von Beziehungen in Partnerschaften; und das fernab von modischen und populären Trends, mal heiter, mal verträumt, mal deprimiert, mal boshaft, stets aber mit dem sprichwörtlichen Schalk im Nacken. Sie präsentierten sich als zwei Alltagspoeten, die ihr Handwerk verstehen. Schließlich schreiben sie ihre Texte alle selbst. Auch die begleitende Musik stammt aus ihrer Feder und wurde virtuos auf den Seiteninstrumenten umgesetzt. So entlockten die beiden ihren Gitarren beschwingt-heitere Melodien, die wunderbar zu den einfühlsamen und einfallsreichen Texten passten. Mit "So schön wie hier kann's im Himmel gar nicht sein", einer Phrase des verstorbenen Film- und Theaterregisseurs Christoph Schlingensief, punkteten sie mächtig beim Publikum, das die Strophen sofort auf sich, die Kulturscheune und Elbart bezog.

Subtil und elegant machte das Duo deutlich, dass es oft zu spät ist, das Leben zu genießen. Es wurde damit der Ankündigung "Hättste mal gleich gelebt" voll und ganz gerecht. Mit langanhaltendem Applaus forderten die Zuschauer eine Zugabe, die mit dem von Heinz Rühmann im Film "Fünf Millionen suchen einen Erben" gesungenen Schlager "Ich brech die Herzen der stolzesten Frau'n" stimmungsvoll endete.

Es geht spannend weiter


Am Samstag, 14. Mai, kommen in der Kulturscheune alle Boogie-Fans, aber auch sämtliche Jazz- und Blues-Anhänger auf ihre Kosten. Mit dem Feeling für den typischen New-Orleans-Sound spielt Jan Luley, einer aus der Top-Riege deutscher Jazz-Pianisten, in Elbart. Gespannt sein darf man auch auf das Musikkabarett im Kleid der 20er Jahre mit zwei Berliner Chanson- und Kabarett-Perlen am Samstag, 21. Mai. Infos und Buchung: www.kulturscheune-elbart.de
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