Improvisationstheater in Elbart
Diese Premiere war ein Wagnis

"Zwei alte Schachteln packen aus" war das Thema des Abends in der Kulturscheune Elbart. Bild: prö
Kultur
Freihung
19.04.2017
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Da staunten die Gäste nicht schlecht, als ihnen der Hausherr der Kulturscheune Elbart, Günter Preuß, kurz vor der Veranstaltung eröffnete, sie mögen Stichworte notieren: Gefragt waren Gedanken zu den Themen Liebe, Jugend, Heimat, Motto und Geheimnis - da die Künstler daraus anschließend spontan ihre Geschichten strickten.

Spontanes Theater


Improvisationstheater, kurz Improtheater, nennt man eine solche Darbietung: Dabei werden dramatische Szenen ohne einen geschriebenen Dialog und mit weniger oder gar keiner vorbestimmten Handlung dargestellt. Hier wird nichts inszeniert. Stattdessen lassen sich die Schauspieler ein Thema aus dem Publikum vorgeben. Diese Vorschläge sind Leitfaden für die daraufhin spontan entstehenden Stories, in diesem Fall begleitet von einem ebenfalls improvisierenden Musiker.

Damit ist diese spezielle künstlerische Gattung Premiere und Wagnis zugleich. Und in der Tat zeigte sich, dass es selbst professionellen Schauspielern nicht immer ganz leicht fällt, aus willkürlichen Stichworten geistreiche Handlungen abzuleiten. "Zwei alte Schachteln packen aus" war das Thema des Abends, getreu dem Motto "Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiß nie, was drin ist". Hilde Wagenborst und Luise Eresmann, alias Maria Maschenka und Claudia Stump, spielten zwei in die Jahre gekommene alte Freundinnen, die sich jeden Tag zu einem Tässchen Tee treffen und trotz altersgemäßer Vergesslichkeit die Vergangenheit zu neuem Leben erwecken.

Die Schlagworte aus dem Publikum waren für die Protagonistinnen eine Gedächtnisbrücke, um sich mancher Ereignisse ihres früheren Lebens zu erinnern. Dabei kam manches ans Tageslicht, was die Freundinnen bis dahin geschickt voreinander zu verbergen wussten.

Wenige gute Pointen


Mal spielten sie zwei tattrige Schachteln, mal beamten sie sich in ihre Jugend zurück und schlüpften in die Rolle zweier junger, pubertierender Mädchen. Abgesehen von wenigen gelungenen Pointen war der Inhalt der Wortakrobatik eher flach; in der Situationskomik dagegen konnten sie punkten. Weniger Improvisation und dafür gut vorbereitete Sketche oder effektvolle Bühnenszenen wären schön gewesen.

Am Samstag, 29. April, geht es in der Kulturscheune mit "Swingin' Blues & Boogie Woogie" schwungvoll in die schönsten Wochen des Jahres. Das Frank-Muschalle-Trio gehört europa- und weltweit zu den gefragtesten Gruppen dieses Genres (Info: www.kulturscheune-elbart.de).
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