Kulturscheine Elbart
Pianistin Jelena Lichtmann spielt Werke von Frédéric Chopin

Jelena Lichtmann setzt die Virtuosität Chopins mit ihrem Spiel perfekt um. Bild: Prösl
Kultur
Freihung
12.01.2016
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Es ist schon zur guten Tradition geworden, dass die Kulturscheune Elbart zum Jahresauftakt ein klassisches Konzert anbietet. In diesem Jahr war es eine Chopin-Hommage.

1810 im ehemaligen Herzogtum Warschau geboren und bereits 1849 in Paris verstorben, hat er trotz seines relativ kurzen Lebens der Nachwelt ein großes Repertoire an Klaviermusik hinterlassen. Daraus sind beim Konzert als wichtigste Gattungen Nocturnes, Mazurkas, Walzer, Etüden und eine Ballade zu hören.

Würdige Umsetzung


Am Flügel sitzt Jelena Lichtmann, Musikpädagogin und bekannte Pianistin aus Amberg. Sie wird dem Anspruch Chopins in jeder Beziehung gerecht: Der Virtuose komponierte Melodien voller Gefühl und entlockte bei seinem Spiel dem Klavier eine unglaubliche Fülle an musikalischen Stimmungen. Lichtmann variiert den Anschlag am Klavier ganz der Partitur entsprechend. Ihr Klavierspiel umfasst eine Fülle von Stimmungen von gefühlvollen, eher leisen Tönen bis zu donnernder, vor Leidenschaft bebender Musik. Zu Beginn ist der "Grande valse brillant" - ein 1831 in a-Moll geschriebener Walzer - zu hören, dem der "Minutenwalzer" und der "Abschiedswalzer Opus 69 Nr. 1" folgen. Den Abschluss des ersten Konzertteils bildet die "Fantasie Impromtu", eines der bedeutendsten Werke des großen Meisters. Bestimmte Passagen daraus sind den Zuhörern aus der Zeichentrickserie "Tom und Jerry" bekannt, in der immer wieder Motive des Komponisten vorkommen. Den zweiten Teil des Klavierkonzerts bestimmt die in f-Moll geschriebene Etüde "Opus 25 Nr. 2". Die Etüde ist eine von zwölf, die der Gräfin Marie d'Argoult, Lebensgefährtin von Franz List, gewidmet sind. Im Anschluss bezaubert Lichtmann mit vier Nocturnes. Chopin stellt den Menschen mit seinen Stimmungen in den Vordergrund - im Gegensatz zu Robert Schumann, der seinen Fokus auf die Natur legt.

Volkstänze als Hommage


Zum Abschluss des Abendprogramms spielt die Pianistin fünf Mazurkas, die dem Charakter traditioneller polnischer Volkstänze folgen. Chopin bringt in den Nationaltänzen die starke emotionale Bindung mit seinem Heimatland Polen trefflich zum Ausdruck. Dass der berühmte Komponist keineswegs nur der verträumte und sensible Romantiker war, wie er heute noch von vielen Menschen gesehen wird, macht die an den Schluss gesetzte und von der Künstlerin mit Verve vorgetragene "Ballade in g-Moll Opus 23" mehr als deutlich.

So müssen die Zuhörer nach den letzten verklungenen Tönen erst einmal tief Luft holen, bevor sie begeistert Applaus spenden. Ein wunderbarer Konzertabend zum Jahresauftakt endet, der durch die intime Atmosphäre der Kulturscheune Elbart einen ganz besonderen Reiz erfährt.
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