Musikkabarett mit feurigem Fräulein Mizi und der fast aristokratischen Frau Rosenroth in ...
Scheeselong bissig und feinsinnig

Richtig Spannung gab es reichlich zwischen dem feurigen Fräulein Mizi, alias Caroline Bungeroth, und dem russischen Fräulein Rosenroth am Pianoforte. Bild: prö
Kultur
Freihung
01.06.2016
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Was passiert, wenn rosa Sekt und Russisch Brot auf einem Tablett gereicht werden? Richtig, Spannung. Die gab es reichlich zwischen dem feurigen Fräulein Mizi, einer temperamentvollen Sängerin, und der mondänen, fast aristokratischen russischen Frau Rosenroth am Pianoforte in der Kulturscheune Elbart.

Beide Damen, richtige Berliner Gören, stritten sich heftig um die Rolle und Bedeutung der legendären Stil-Ikone und des berühmten Hollywoodstars Marlene Dietrich. Wer kennt sie nicht, die überaus bekannte deutsche Sängerin und Schauspielerin, später Wahlamerikanerin und Femme fatale, der in der Rolle der feschen Lola im Film "Der blaue Engel" der internationale Durchbruch gelang. So waren selbstredend auch zwei der bekanntesten Lieder von Marlene Dietrich aus eben diesem Film im Programm des eineinhalbstündigen Musikkabaretts: "Ich bin die fesche Lola" und "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt".

In die Realität


So oft das kesse Fräulein Mizi, alias Caroline Bungeroth, versuchte, die von ihr völlig verklärte Marlene zum sehnsüchtigen Idol zu erheben, holte sie die strenge Frau Rosenroth mit knappen, schon wissenschaftlich anmutenden Erklärungen wieder aus dem Wolkenkuckucksheim in die Realität.

Die in den bissigen Dialogen versteckten Pointen waren oft so subtil, dass sie nicht immer beim Publikum ankamen.

Doch darin erschöpfte sich das Repertoire der beiden vielseitigen Damen, die als Duo Scheeselong auftreten, nicht. So waren aus Paul Linckes Operette "Frau Luna" das Lied "O Theophil", von Ralph Siegel "Ich hab noch einen Koffer in Berlin", aus dem Film "Der Blaufuchs" "Kann denn Liebe Sünde sein?" oder auch andere Ohrwürmer aus den 20er und 30er Jahren zu hören.

Alle Register


Während Fräulein Mizi stets in neue Rollen schlüpfte und ihre Identität ständig wechselte, blieb Frau Rosenroth der ihr zugedachten Figur als sittenstrenge, russische Begleiterin und Pianistin treu. Zwei Weibsbilder, die es faustdick hinter den Ohren hatten und alle Register weiblichen Charmes zogen. Alles in allem ein amüsantes Musikkabarett, frech aber auch feinsinnig, mit kleinen Boshaftigkeiten und Überraschungen.

Weiter geht es in der Kulturscheune mit einer bewegenden musikalischen Hommage an Simon & Garfunkel am Samstag, 11. Juni, und Montag, 13. Juni. Buchungen und Infos: www.kulturscheune-elbart.de
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