Pianist Jan Luley in spielt in Kulturscheune Elbart
Auf Reisen mit dem Tastenkünstler

Unterhalter und Musiker in einer Person: Jan Luley verknüpft seine Musik mit Anekdoten und historischen Informationen über namenhafte Pianisten New Orleans. Bild: Prösl
Kultur
Freihung
17.05.2016
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Der beschauliche Ortsteil Elbart verwandelt sich für einen Abend in die kosmopolitische, polyglotte und pulsierende Stadt New Orleans: Der Pianist Jan Luley entführt das Publikum in die Wiege des Jazz.

Die von einem Franzosen 1718 gegründete und zu Ehren des Herzogs von Orleans, Philipp II., La Nouvelle Orleans genannte Stadt, ist ein Schmelztiegel unzähliger Nationen. Hier vermischt sich europäischer Stil mit latein- und afroamerikanischen Kulturen in ganz besonderer Weise.

So war die "Crescent City", wie New Orleans wegen seiner halbmondförmigen Krümmung am Mississippi auch genannt wird, von jeher prädestiniert für eine Mixtur aus unterschiedlichen Musiktraditionen und vielfältigen Stilen. Auch die legendären Street-Bands haben hier vermutlich ihren Ursprung.

Dorthin also versetzt der Star des Abends, Jan Luley, die Konzertbesucher virtuell, indem er die Kulturscheune in die berühmten "Preservation Hall" verwandelt. Es ist einer der bekanntesten Musikclubs der City im historischen Stadtteil French Quarter. Luley, der sich dem Erbe des traditionellen Jazz, Blues und Boogies verschrieben hat, gehört seit Jahren zur Top-Riege deutscher Jazz-Pianisten.

Leichtes Spiel


Auch ohne dieses Wissens spürt man sofort, dass ein genialer Tastenkünstler für einen Abend der Extraklasse sorgt. Und in der Tat, seine musikalische Kreativität, seine spielerische Virtuosität und der mühelose Wechsel zwischen den Musikstilen und Rhythmen faszinieren das Publikum. Neben bekannten Musikstücken und gern gehören Ohrwürmern sind auch Eigenkompositionen des Künstlers im Programm.

Unterhaltsam und charmant moderierend, verknüpft Luley seine Musik mit allerlei Anekdoten und historischen Informationen über die vorgetragenen Stücke, über legendäre New-Orleans-Pianisten und den Einfluss unterschiedlicher Musikstile auf die Entwicklung des typischen, zeitlosen New-Orleans-Sounds. Spätestens mit seiner Bemerkung "Freihung ist das zweite New Orleans" erobert er die Herzen seiner Zuhörer.

Erinnerungen wachrufen


Bewegend auch seine Erzählungen über den Blues-, Boogie- und Jazz-Pianisten James Booker, der trotz seiner musikalischen Genialität kein glückliches Leben führte und schließlich an seinem Drogenkonsum zerbrach. In Memoriam trägt er sein sehnsüchtiges Lied "Let's make a better world" vor, in dessen Refrain "Everybody let's sing, sing, sing" das Publikum begeistert einstimmt.

Ein toller Abend mit einem grandiosen Pianisten, der alle Sinne anspricht. Nicht enden wollender, stürmischer Applaus zollt dem Ausnahme-Pianisten großen Respekt und Bewunderung. Dafür belohnt er die Zuhörer noch mit einer fetzigen Instrumentalnummer, die erneut das Können des Musikers Jan Luley offenbart.
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