Simon-and-Garfunkel-Tribute in Kutlurscheune Elbarth
Lieder, die Generationen überdauern

"Homeward Bound" und "Sounds of Silence": Thomas Wacker (links) und Thorsten Gary schlüpften in die Rollen von Simon and Garfunkel. Die schwierige Aufgabe hatten sie mit ihrem Konzert in der Kulturscheune perfekt gelöst. Bild: hou
Kultur
Freihung
15.06.2016
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Graceland? War das nicht die Villa, in der Elvis wohnte? Richtig. Aber es gibt auch einen Song, der so heißt. Er stammt von Paul Simon und bildet den Mittelpunkt eines sehr bemerkenswerten Konzertabends in der Kulturscheune Elbart.

Elbart. Sprechen wir zuerst von Günter Preuß. Er hat diese Scheune in Freihung (Kreis Amberg-Sulzbach) zu einer Kleinkunstbühne gemacht und trachtet immer wieder danach, ihr mit außergewöhnlichen Veranstaltungen Leben einzuhauchen. Diesmal im Fokus: Simon and Garfunkel. Die treten ja leibhaftig, weil beide 74 Jahre alt, seit langem nicht mehr auf. Doch es gibt ein Duo, das stimmlich den beiden legendären Amerikanern sehr nahe kommt. Es nennt sich Graceland. Paul Simon und Art Garfunkel betraten die Weltbühne, als die Everly Brothers ihre letzten Lieder einspielten und die Beach Boys einen ersten Parforceritt gegen die Beatles-Konkurrenz aus England hinlegten.

Zwischen "Surfin' USA" und "We can work it out" klemmten sich Simon and Garfunkel. Mit weichen Melodien, die es in solch perfekter gesanglicher Form vorher nie gegeben hatte. "Sounds of Silence" und "Homeward Bound"-Songs, die Generationen überdauern sollten.

Schwere Last mitgegeben


Bei Imitatoren ist im Regelfall Argwohn angebracht. Zumal dann, wenn es sich bei denen, die da kopiert werden sollen, um Unikate handelt. Doch Thomas Wacker, der Paul Simon gibt, und Thorsten Gary, der in die Rolle des Art Garfunkels schlüpft, entledigen sich ihrer schwierigen Aufgabe sehr hörenswert. Irgendwann, nach eineinhalb Stunden, scheint es so, als säßen die Altmeister aus New York selbst auf der Bühne.

Die US-Legenden haben Nachahmern eine Last wie schweren Granitstein mitgegeben. Darum hat sich auch kaum jemand an ihr Werk herangewagt. Wacker und Gary greifen zur Sechssaitigen, schürfen tief in der mit musikalischen Perlen gefüllten Schatzkiste, bekommen den Sound der "I am a Rock"- Macher in den Griff. Erstaunlich gut, textsicher und mit jenem Gitarren-Drive, der neben den Stimmen das Beste an Simon and Garfunkel war. Einfach nur schön.

Es gibt das volle Programm: "Bridge over troubled Water" und Paul Simons "Bright Eyes", das unbekümmert freche "Feelin' Groovy" und "Mrs. Robinson", in dem der Baseballer Joe di Maggio ein Denkmal gesetzt bekommt. Auch "America" hat einen Platz in diesem Programm, das mit "El Condor Pasa", "The Boxer" und "Scarborough Fair" seine Höhepunkte erreicht. Nummern, die keine Band aus den 1960er Jahren gerne machen wollte. Denn jeder auch noch so kleine Fehler hätte sie der Lächerlichkeit preisgegeben.

Besonderes Flair


Gary und Wacker wagen sich an diese Kompositionen und lassen ein Flair in der Kulturscheune entstehen, das im ganz Großen so gewesen sein muss, als Simon and Garfunkel am 19. September 1981 im New Yorker Centralpark vor über 100 000 Leuten auftraten. Und auch dort erklang "Me and Julio down by the Schoolyard".

Draußen waberten nach einem Platzregen die Nebel über den Straßen. Langsame Heimkehr war geboten. Mit Liedern im Ohr, die fünf Jahrzehnte überdauerten. "Homeward Bound": Fuß vom Gas und diesen Song gesummt. Das war wirklich "groovy"!
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