2011 schon mal versteigert

Für ein Gebäude mit Baujahr 1874 bietet der Freihunger Bahnhof einen passablen Anblick. Bild: Hartl
Lokales
Freihung
06.03.2015
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Mit etwas Glück könnte man am Freitag, 20. März, schon für 5000 Euro (plus Zusatzkosten) den Freihunger Bahnhof ersteigern. Man müsste dazu nicht einmal nach Berlin fahren. Aber man sollte aus den schlechten Erfahrungen anderer lernen.

Denn der Bahnhof ist 2011 schon einmal versteigert worden, wie Bürgermeister Norbert Bücherl weiß. Laut der Antwort des bayerischen Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage des Abgeordneten Thomas Beyer vom 1. August 2012 ging das Stationsgebäude der Deutschen Bahn nach dem Jahr 2000 an die First Rail Property über. Aus deren Insolvenzmasse gelangte es 2007 an den Investor Patron Capital, der es im Sommer 2011 versteigern ließ. Käufer war eine Privatperson, die aber offensichtlich mit dem Haus direkt an der Bahnstrecke auch nicht recht glücklich wurde, denn jetzt ist es wieder auf dem Markt.

Gebot per Telefon möglich

Das Berliner Auktionshaus Karhausen bietet es bei einer Versteigerung am 20. März im "Besl Meistersaal" (unweit des Potsdamer Platzes) an. Es ist mit einem Mindestgebot von 5000 Euro im Katalog verzeichnet. Dazu kämen aber noch die Auktions-Courtage (ein festgelegter Anteil am Verkaufspreis) und die Notargebühren. An der Auktion teilnehmen kann man auch live per Telefon oder durch einen schriftlichen Bietungsauftrag, erläutert Auktionator Matthias Knake. Die erforderlichen Formblätter könne man beim Auktionshaus Karhausen anfordern, das Vertragswerk finde sich auf dessen Homepage (www.karhausen-ag.de). "Einen Bonitätsnachweis brauchen wir auch, aber bei der Größenordnung sind wir schon mit einem Girokonto-Auszug oder einem Dreizeiler von der Bank zufrieden", sagt Knake. Wer persönlich bietet und kauft, müsse berücksichtigen, dass er sofort zehn Prozent Anzahlung (mindestens 2000 Euro) leisten müsse und dass noch am selben Tag der Vertrag mit einem anwesenden Notar gemacht werde.

Gemeinde wollte nicht

Wichtig ist nach Knakes Erfahrung, dass der Interessent sich schon vorher gut überlegt, für wen und in welcher Konstellation er kauft: Für die Firma oder privat? Selbst oder für die Frau oder die Tochter? Denn nach dem Zuschlag ist für solche Feinheiten nicht mehr viel Zeit. An den drei Tagen der Frühjahrsauktion will das Auktionshaus schließlich 170 Objekte an den Mann bringen.

Ob die Gemeinde Freihung als Kaufinteressent auftreten wird? Da hält sich Bürgermeister Norbert Bücherl bedeckt. Er verrät aber immerhin, dass sich der Marktgemeinderat bei der Versteigerung 2011 tatsächlich darüber Gedanken gemacht hat, letztlich aber doch nicht mitbieten wollte. Und Bücherl kann auch eine weitere Information liefern, die das Auktionshaus schuldig bleiben muss ("Bj. unbekannt"): Der Bahnhof entstand 1874, ein Jahr bevor die Bahnlinie in Betrieb ging. Bücherl wertet das hohe Alter als Beleg für die stabile Bauweise: "Der Bahnhof hat jahrzehntelang den Schießlärm vom Truppenübungsplatz ausgehalten."
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