Der Blues geht unter die Haut

Sabine Pyrker-Eitelsberger und ihr Vater Martin Pyrker begeisterten mit ihrem Boogie-Woogie-Konzert in der Kulturscheune Elbart. Bild: prö
Lokales
Freihung
14.10.2015
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"Fabelhaft, wunderbar, meisterlich, super" - so ähnlich fielen die Kommentare zu dem Blues-Boogie-Woogie-Konzert in der Kulturscheune Elbart aus. In der Tat hatte das außergewöhnliche Konzert wirklich Großstadtniveau.

(prö) Und obgleich die Künstler gewohnt sind, in großen Konzertsälen aufzutreten, lobten sie die intime, anheimelnde Atmosphäre in der Kulturscheune, in der sie sich sichtlich wohlfühlten und den unmittelbaren Kontakt zum Publikum genossen. Leider kam wegen Platzmangels nur ein überschaubarer Kreis Musikbegeisterter in den Genuss dieses schon seit Monaten ausverkauften Konzerts mit zwei hervorragenden Musikern.

Martin Pyrker, Jahrgang 1954, einer der Großen in der Szene, vielgefragter, wohlbekannter und authentischer Blues- und Boogie-Pianist, der sicher schon an die 2000 Konzerte gegeben hat, spielte mit bewundernswerter Brillanz Stücke aus seinem reichhaltigen Repertoire von über 100 Eigenkompositionen und allen wesentlichen Piano-Blues- und Boogie-Woogie-Standards. Dabei flogen seine Finger über die 88 Tasten des wohltemperierten und gut gestimmten Yamaha-Flügels, dass man seinen Augen und Ohren kaum traute. Ergreifend und hoch emotional aber auch die piano vorgetragenen Bluesstücke, unter anderem der Mostar-Blues, den Pyrker dem Wiederaufbau der im Balkankrieg zerstörten alten Brücke in Mostar (Bosnien-Herzegowina) gewidmet hat. Überraschend für die Gäste war Pyrker mit seiner Tochter, einer ebenfalls begnadeten Musikerin mit internationaler Erfahrung, angereist. Sabine Pyrker-Eitelberger, die neben Musik auch erfolgreich Wirtschaftswissenschaften studiert hat, begleitete ihren Vater virtuos am Schlagzeug. Ihr Talent zeigte die junge Dame fast spielerisch in zwei Solostücken, eines davon, man konnte es kaum glauben, eine überaus gelungene Eigenkomposition.

Quirlig am Piano

So begeisterten der quirlige Pianist und seine nicht weniger temperamentvolle Tochter das überaus aufmerksame Publikum, das mit Zwischenapplaus nicht sparte, und rissen mit der vor über 100 Jahren entstandenen Musik, die nie an Aktualität eingebüßt hat, Jung und Alt gleichermaßen mit.

Am Samstag, 17. Oktober, steht auf dem Programm der Kulturscheune "Die Baierische Weltg'schicht", Michl Ehbauers biblische Schöpfungsgeschichte, in Mundart gelesen von Anne Zöller. Informationen unter www.kulturscheune-elbart.de.
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