"Entführung aus dem Serail" in der Kulturscheune
Oper für Einsteiger

Lokales
Freihung
20.06.2015
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(prö) Eine Oper auf der Bühne der Kulturscheune Elbart. "Wie soll das gehen?", mögen sich manche Besucher gefragt haben. Dass es geht, hat die Internationale Stiftung zur Förderung von Kultur und Zivilisation aus München schon einmal vor drei Jahren mit "La Traviata" gezeigt. Nun stand Mozarts heiteres Singspiel "Die Entführung aus dem Serail" auf dem Programm.

Wer hätte gedacht, dass die 1782 in Wien uraufgeführte und vom damaligen österreichischen Kaiser Joseph II in Auftrag gegebene Oper von höchster Aktualität ist? Eine Europäerin befindet sich in der Hand fundamentalistischer Moslems. Nach schwungvoller Ouvertüre mit Anklängen türkischer Musik zeigte das zehnköpfige Ensemble unter seinem Leiter Johannes Erkes in drei Akten, wie eine komplexe Oper im Taschenbuchformat gerade auch für Einsteiger verständlich wiedergegeben werden kann. So erlebten die Gäste ein überaus unterhaltsames Stück Mozarts mit vielen Szenen großer emotionaler Tiefe und einem glänzend disponierten Ensemble. Man kann nur staunen, wie eine an Varianten reiche Oper mit nur zwei Violinen, einem Violoncello, einem E-Piano, einer Viola und abgespecktem Schlagzeug sowie mit zwei Sopranistinnen, zwei Tenören und einem Bass so grandios aufgeführt werden kann.

Schon heute steht in der Kulturscheune Elbart die nächste Veranstaltung an. "Zwischen Sex und Sechzig", eine Bühnenshow satirischen Ausmaßes, ist bereits ausverkauft.
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