Flüchtlinge ohne Hausmeister

Lokales
Freihung
28.07.2015
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Die Flüchtlingshilfe Freihung leistet als Ansprechpartner und Helfer vor Ort einen wichtigen Dienst für die im Gemeindegebiet untergebrachten Asylbewerber. Doch unproblematisch ist diese Arbeit nicht.

(prö) Um die Tätigkeit der Flüchtlingshilfe der Öffentlichkeit vorzustellen und die Probleme mit allen Betroffenen zu diskutieren, hatte Bürgermeister Norbert Bücherl zu einer Informationsveranstaltung in den Sitzungssaal des Rathauses eingeladen. Es kamen viele Bürger sowie Franz Brunner und Achim Kummer von der Regierung der Oberpfalz, die für die Unterbringung der Asylbewerber in der Gemeinschaftsunterkunft Tanzfleck zuständig sind.

Für die Flüchtlinge in Freihung (derzeit 27) und in Seugast (derzeit 10) existiert eine Sozialbetreuung durch die Diakonie Amberg-Sulzbach. Dagegen sind die im 200-Seelen-Dorf Tanzfleck untergebrachten 42 Asylbewerber weitgehend auf sich allein gestellt. Das Team der Flüchtlingshilfe Freihung kümmert sich deshalb vor allem hier um soziale Probleme wie Sprachbarrieren, Sachspenden und medizinisch notwendige Fahrten nach Amberg. Die äußerst schlechte Verkehrsverbindung dorthin führt zu einer eingeschränkten Mobilität der Asylbewerber. Auch das schafft Probleme.

Schwierigkeiten entstehen vor allem durch das enge Zusammenwohnen der oft mit zehn Personen in einem Haus lebenden Asylbewerber und der direkten Anwohner, die berufstätig sind und sich häufig in ihrer Nachtruhe gestört fühlen, wenn es links und rechts von ihren Häusern laute und lange Unterhaltungen und Zusammenkünfte gibt. Da der zugesagte Hausmeister nicht eingestellt wurde, werden diese Nachbarn auch immer wieder um praktische Hilfe gebeten, die sie bereitwillig leisten, die aber mitunter ein zumutbares Maß übersteigt, wie es bei der Versammlung hieß.

Als dringende Bitten an die Regierung wurden von den Anwohnern sowie von der Sprecherin der Flüchtlingshilfe, Eva-Maria Walter, folgende Punkte genannt: Einrichtung fester Sprechzeiten, möglichst auch für berufstätige Anwohner; frühzeitige Information über die Ankunft neuer Asylbewerber zur besseren Organisation nötiger Hilfe; umfassende Information über die Modalitäten der Rückführung von Asylbewerben, um hier bestimmte Härten abmildern zu können. Dazu soll es ein Gespräch aller Beteiligten mit der Leiterin des Landkreis-Ausländeramtes geben.

Franz Brunner von der Regierung sagte zu, nach Möglichkeit bei der Neubelegung der Häuser auf die vorgetragenen Wünsche der Anwohner Rücksicht zu nehmen. Die bereits im März zugesagten festen Sprechzeiten hätten wegen Erkrankung eines Mitarbeiters nicht stattfinden können. Seit Anfang Juli sei es aber nun möglich, drei feste Termine pro Woche - einer davon am Nachmittag - als Sprechstunden anzubieten. Die Regierung habe auch den Wunsch der Gemeinde berücksichtigt und die Belegung in der Gemeinschaftsunterkunft Tanzfleck auf höchstens 45 Personen begrenzt.

Im Informationsblatt der Flüchtlingshilfe Freihung, das im Rathaus und in den Kirchen der Gemeinde ausliegt, erfahren Interessierte, in welcher Weise sie sich persönlich oder durch Sachspenden an der Hilfe beteiligen können.
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