Ratschkathl vom Treppenhaus

Im besten bayrischen Dialekt betrachtete Roswitha Spielberger das Leben auf ihre eigene bissige und humorvolle Art. Bild: prö
Lokales
Freihung
25.09.2015
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Die lästernden Ratschkathln in den nach Bohnerwachs riechenden Treppenhäusern alter Gebäude kennt jeder. So assoziierten die Gäste der Kulturscheune Elbart auch die im Programm angekündigte Stianghausratschn mit eben jenem Typus eines schwatzhaften Weibaleits.

(prö) Sie zerreißen sich ständig das Maul und werden nicht müde, über andere herzuziehen.

Roswitha Spielberger, alias Stianghausratschn, bediente dieses Klischee perfekt und zog die bucklade Vawandtschaft ebenso durch den Kakao wie das Schickimicki-Bussi-Bussi-Gehabe der Hot Wollee (Hautevolee). In bestem bayrischen Dialekt betrachtete sie das Leben auf ihre eigene bissige und humorvolle Art - "manchmoi lustig, manchmoi bläd, manchmoi hintafotzig, manchmoi bäs, manchmoi nett oda aba a richtig schee". Ihre mit Gitarre begleiteten Lieder und Gedichte schrieb sie selbst. "Ratschen, tratschen und Leid ausrichten" ist eben ihre Spezialität. Dabei bekamen vor allem die Männer ihr Fett ab. Ob die Selbstüberschätzung eigener handwerklicher Fähigkeiten und deren Folge maßlos übertriebener Einkäufe im Baumarkt, das große Elend und Leid schon bei kleinster Unpässlichkeit oder das bis ins Mark gehende Schnarchen, das den Partner keine Ruhe finden lässt. Aber auch ernstere Themen, wie "es werd Zeit" mit der Mahnung, auch einmal an sich zu denken, die Flüchtlingsproblematik oder die lapidare Feststellung "grod war ojs no in Ordnung" fanden sich in ihrem Repertoire. So konnte sich jeder wiederfinden. Mit Spielberger erlebten die Gäste einen unterhaltsamen Abend, der nie unter die Gürtellinie ging. Mit Schwung geht die Kulturscheune Elbart am Samstag, 10. Oktober, in den Herbst. Martin Pyrker aus Österreich sitzt am Klavier und seine Tochter Sabine am Schlagzeug (kulturscheune-elbart.de).
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