Viel mehr als eine Währung

Lokales
Freihung
23.06.2015
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Der Europa-Gedanke sieht sich derzeit angesichts der Griechenland-Krise auf den Prüfstand gestellt. Doch sein eigentliches Ziel ist die Aussöhnung. Ein Jugendprojekt arbeitet daran.

(prö) Zusammen mit Jugendlichen aus Krakau und Stettin (Polen) führte die Aktionswoche des Europäischen Jugendprojektes Oberpfalz heuer nach Ysselsteyn in Holland und abschließend in die belgische Europametropole Brüssel, statt. Die Jugendlichen bei einem ausgewogenen Angebot von Freizeit und Geschichte zum Anfassen so gemeinsame Tage verbringen. Die Schirmherrschaft hatte der Geschäftsführer des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Kaspar Becher, übernommen.

Tausende Opfer

In der Jugendbegegnungsstätte Ysselsteyn begann die Projektwoche mit einer Einführung in die Geschichte des Zweiten Weltkrieges in den beiden Benelux-Ländern Holland und Belgien. Unter dem Volksbund-Motto "Versöhnung über den Gräbern, Arbeit für den Frieden" stand eine Radtour zu dem Kriegs- und Widerstandsmuseum in Overloon auf dem Programm. Bei einer Führung erfuhren die Jugendlichen, welchen Widerstand die einheimische Bevölkerung gegenüber den Nazi-Besatzern aufbrachte. Die multimediale Darstellung beeindruckte die Jugendlichen sichtlich. Der nächste Tag begann mit einer Führung auf dem Soldatenfriedhof Ysselsteyn, auf dem mehr als 30 000 Soldaten und Zivilisten aus Deutschland und den Niederlanden bestattet sind. In Gruppen befassten sich die Besucher mit Einzelschicksalen von dort begrabenen Kriegsopfern und stellten deren Individualität heraus.

Lebendiges Gedenken

Der Tag darauf wurde von einer Gedenkfeier auf dem polnischen Soldatenfriedhof in Lommel eingeleitet. Dort sind 39 000 Gefallene bestattet. Jeder Jugendliche der Projektgruppe legte zum Gedenken an die Opfer zwei Rosen nieder. Am Nachmittag schloss sich ein deutsch-polnisches Gedenken mit einem Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz am Soldaten-Ehrenmal in Ysselsteyn an. In Holland durfte ein Besuch des Anne-Frank-Hauses in Amsterdam natürlich nicht fehlen. Hier wurde die Geschichte der Familie Frank als ein Synonym für die Schreckensherrschaft Nazi-Deutschlands diskutiert. Anschließend tourten die Jugendlichen mit einem Schiff durch die bekannten Grachten Amsterdams. Die abschließenden Projekttage verbrachten die Jugendlichen in Brüssel, wo sie am Sitz des Europaparlaments von dem Neumarkter EU-Abgeordneten Albert Deß empfangen wurden. Bei der Führung durch das Gebäude kamen die Jugendlichen dem politischen Herzen des vereinten Europas sehr nahe.

Der Besuch touristischer Ziele in Brüssel rundete die deutsch-polnischen Jugendbegegnung in Holland und Belgien ab.
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