Was Eltern beachten müssen und tun können - Diplom-Sozialpädagoge Krones referiert beim ...
Drogen-Gefahr lauert meist in der Gruppe

Lokales
Freihung
13.04.2015
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Es waren klare Worte, derer sich Diplom-Sozialpädagoge Gerhard Krones beim Evangelischen Frauenkreis bediente: "Das Drogenproblem ist längst nicht nur in Städten, sondern auch auf dem Land präsent. Selbst in kleinen Orten. Betroffen sind alle Bevölkerungsschichten, oft Jugendliche aus gutem Hause." Der Experte hatte seinem Vortrag in Freihung den Titel "Drogensucht - Anzeichen und Hilfe" gegeben.

Wie erkennen Eltern, ob und wann ihre Kinder drogensüchtig sind, und wie sollen sie sich verhalten? Dieser Frage ging der ehemalige Suchtberater der Caritas zwei Stunden lang nach. Geht es um Drogenprobleme, spielen nach den Worten des Sozialpädagogen das Elternhaus, der Umgang miteinander und der gegenseitige Respekt eine große Rolle. Je mehr Liebe, Wärme, Achtung und Wertschätzung Jugendliche erfahren und erleben, desto geringer sei die Gefahr, dass sie Drogen konsumieren und in die Szene abrutschen. Die größte Gefahr lauere in der Gruppe.

Achten sollten Angehörige laut Krones auf folgende Signale: "Das Kind geht eigene Wege, spricht nicht, hat kein Interesse und kapselt sich ab. Der Gesichtsausdruck verändert sich, die Pupillen sind weit. Bei Heroin sind Müdigkeit, verzögerte Reaktionen, Hautjucken im Gesicht und nervöses Kratzen die Symptome." Wie aufgedreht wirkten die Betroffenen durch Speed, dem Vorläufer von Crystal (es enthält Amphetamin), während Ecstasy leicht und beschwingt mache, fuhr Krones fort.

Konsumenten von Crystal fühlten sich bedroht und angegriffen und würden dadurch aggressiv, sie redeten viel, machten ständige Mundbewegungen, die Haut verändere sich und im schlimmsten Fall würden sie paranoid, "das heißt, sie verkennen die Wirklichkeit", bemerkte Krones. Wichtig sei vor allem, dass sich beide Elternteile nicht widersprechen. Nur wenn beide an einem Strang zögen, könnten sie ihrem Kind helfen. Krones empfahl die kostenlose, professionelle Hilfe bei einer Drogenberatungsstelle. "Nur wenn die Familie zusammenhält, gibt es eine Chance, die Betroffenen zu einem Ausstieg aus der Drogenszene zu bringen. Oft als harmlos eingestufte Kräutermischungen, die auch sehr viele Jugendliche ausprobieren, sind gefährlich. Ihre Wirkung ist nicht abschätzbar", unterstrich Krones.
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