Tanzflecker fordern bei Infoveranstaltung Bau einer Ortsumgehung
Bürger machen weiter Druck

Politik
Freihung
28.04.2016
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Die Tanzflecker bekräftigen noch einmal: "Wir wollen endlich Klarheit über einen baldigen Bau der Ortsumgehung im Zuge der B 299." Es geht um Lebensqualität.

Tanzfleck. (bk) Wie erwartet, gab es bei der Infoveranstaltung ein randvolles Schützenheim. Die Diskussion verlief sachlich und emotionsfrei. "Alle Abgeordneten legen sich mächtig ins Zeug und tragen unser Anliegen zu Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und Bayerns Innenminister Joachim Hermann. Wenn wir jetzt nicht in den vordringlichen Bedarf kommen, haben wir bis 2030 nahezu keine Chance auf eine Realisierung", betonte Bürgermeister Norbert Bücherl.

Damit Wohnwert steigt


Sein Dank galt Gerhard Bauer, Josef Amann und Georg Schirbl von der Dorfgemeinschaft für die Unterstützung. Inzwischen hätten sich auch CSU-Bezirkschef Albert Füracker und SPD-Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch für die Umgehung stark gemacht. Bücherl gab sich zuversichtlich, dass diese Bemühungen zum Erfolg führen und der Wohnwert in Tanzfleck wieder steigt.

"Der Marktrat stand von Anfang an hinter der zwei Kilometer langen Ortsumgehung", sagte Bücherl. Er verlas die Stellungnahme zum Entwurf des Bundesverkehrswegeplans, die an das Ministerium in Berlin gehe. Die Hochstufung in den vordringlichen Bedarf werde unter anderem mit der zunehmenden Verkehrsbelastung auf der B 299 als Haupterschließung des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr sowie der Verkehrssicherheit auf der überbreiten Ortsdurchfahrt, auf der sich schon viele Unfälle ereignet hätten, begründet. Das bisher entwertete Ortszentrum könnte wieder zu einem Dorfplatz mit Aufenthaltscharakter werden.

"Falsch kalkuliert"


Der Bund sei davon ausgegangen, dass nach dem Bau der Umgehung noch 3000 Fahrzeuge Tanzfleck durchqueren würden. "Das ist falsch kalkuliert", bemerkte Bauoberrat Stefan Noll vom Straßenbauamt Sulzbach-Rosenberg. Ferner habe der Bund ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von 1,3 ermittelt. Aufgrund der Ausbildung der Ortsanschlüsse hält es Noll für nahezu ausgeschlossen, dass jemand versehentlich die Ortsdurchfahrt benütze. Der Abteilungschef verwies auf die direkte Anbindung der verkehrsstarken Zufahrt vom Tor 4 des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr an die Umgehung. Für die Landwirtschaft würden drei sichere Querungsmöglichkeiten als Unter- oder Überführung geschaffen.

"Die Marktgemeinde ist nicht Teilhaber dieses Prozesses. Der Bürgermeister hätte jederzeit das Recht gehabt, mit der Bevölkerung die Einwände zu erörtern. Bis zum 5. April fand nie in den vergangenen sechs Jahren ein Ortstermin statt", brachte Franz Böhm vor.

Er habe volles Verständnis für die Anlieger, aber die Klagen hätten nichts mit dem Bundesverkehrswegeplan zu tun, denn zum Zeitpunkt der Klageerhebung sei nicht bekannt gewesen, das dieser 2030 komme - Noll stimmte dem zu. Sein Vorschlag, die Umgehung weiter nach Osten zu rücken, habe keine Berücksichtigung gefunden. "Der Einwand Fledermäuse kam nicht von den Klägern, sondern von der Naturschutzbehörde", fügte Böhm hinzu.

"Sind die Klagen ausschlaggebend für die Abstufung?", wollte Georg Schönberger wissen. "Unwahrscheinlich", lautete die Antwort von Noll. Volker Goebel schlug vor, die Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer zu beschränken. Laut Noll liegt hier die Messlatte sehr hoch. Außerdem: "30 km/h bringen den Verkehr nicht raus." Erika Urban plädierte, unabhängig von einer Umgehung, für eine Insel mit Überquerungshilfe. Schönberger hielt dies für wirkungsvoller als Geschwindigkeitsmesser. Diese sogenannten Bremsinseln seien grundsätzlich da möglich, wo erhöhtes Querungsbedürfnis bestehe, etwa bei einem Radweg, sagte Noll.

Gefahr für die Kinder


"Alte Menschen haben keine Chance, über die Straße zu kommen", warf Gertraud Gierke ein. Janina Hartmann sah Kinder gefährdet, die aus dem östlichen Bereich die B 299 zum Spielplatz queren müssen. "Wie viel Prozent übernimmt der Bund für den innerörtlichen Rückbau der B 299?", fragte Christian Ertl. "Gar nichts", stellte Noll fest. Die alte B 299 werde auf eine Orts-/Gemeindeverbindungsstraße abgestuft. Eine Kreis-/Staatsstraße dränge sich nicht auf, weil die Widmungsvoraussetzungen nicht vorlägen.
Wenn wir jetzt nicht in den vordringlichen Bedarf kommen, haben wir bis 2030 nahezu keine Chance auf eine Realisierung.Norbert Bücherl, Freihunger Bürgermeister
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