Bockbierfest mit deftiger Fastenpredigt
Gaudi hoch drei

Höhepunkt auf dem Seugaster Bockbierfest war der Auftritt der drei Fastenbrüder (von links): Bruder Barnabas (Bernhard Prösl), Severin (Andreas Götz) und Emmeram (Christian Schwirzer). Bild: ö
Vermischtes
Freihung
11.03.2016
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Seugast. Langsam aber sicher entwickelt sich das Bockbierfest des Schützenvereins Gut Ziel zu einem Geheimtipp - und das nicht nur in Seugast, sondern weit darüber hinaus. Schon Tage vor Beginn waren Saal und Schießstand ausverkauft. Als Schützenmeisterin Annette Rauscher mit der Begrüßung das Fest eröffnete, war sogar die Schützenstube besetzt. Unter den zahlreichen Gästen waren auch Bürgermeister Norbert Bücherl, der sich nicht entgehen lassen wollte, was die drei Fastenbrüder ihm wieder aufs Brot schmieren würden. Ebenso Pfarrer Steffen Annan, der mit Unterstützung von Braumeister Anton Bruckmüller mit vier kräftigen Schlägen das erste Fass Bock anzapfte. Dass dabei ein kleiner Biersee entstand, weil der Hahn nicht zu war, sorgte gleich für Gaudi.

Die Talkrunde beginnt


Dann nahmen die Jungen Witschauer das Heft in die Hand und sorgten für zünftige Musik. Die Schützendamen servierten Bock und bayerische Schmankerln. Um die Zeit bis zum Höhepunkt des Abends, der "Talkrunde der Fastenbrüder", etwas zu verkürzen, holte Daniel Ebensberger als Moderator Pfarrer Steffen Annan, DJK-Vorsitzenden Michael Schwirzer und, um die Frauenquote zu erfüllen, Judith Macke zu einem Bierquiz auf die Bühne. Erstaunen und zugleich Heiterkeit löste dabei die Antwort auf die Frage aus, wo denn die Brauerei Bruckmüller ihr Kellerbier lagere: auf dem Dachboden!

Und dann legten sie los, die Fastenbrüder. Ein Barnabas kann in seiner Fastenpredigt ein Dorf schon ganz schön derblecken, im Seugaster Schützenheim traten sie gleich zu dritt an: die Brüder Barnabas (Bernhard Prösl), Emmeram (Christian Schwirzer) und Severin (Andreas Götz). Entsetzt reagierte Bruder Barnabas auf die Ankündigung Emmerams, er werde nun Nachfolger von Pfarrer Steffen, weil er diesem den Blasiussegen so gut gespendet habe, mit "au wäih, vo schwoarz aaf Schwirzer, vo lang aaf kirzer!"

Die Frage, warum denn Schützenmeister Heinrich Schwirzer nach 13 Jahren das Handtuch geworfen habe, beschäftigte die drei schon sehr. Sie kamen zu dem Schluss, er wolle sicher Ottos Rentner-Roller-Gang beitreten. Das Alter spiele bei denen keine Rolle. "Die Satzung schreibt lediglich beim Zustand des Haupthaares die g- oder k-Regel vor: grau oder koi!" Auch die neue Schützenmeisterin bekam natürlich ihr Fett weg. Nach einer anfänglichen Schmeichelei, bezogen auf ihren Vornamen - "des is fei a nette" - gingen die Prediger zum Angriff über. Es sei doch erwartet worden, dass die stellvertretende Schützenmeisterin auf den freigewordenen Posten nachrücken werde, aber "die Annette hat sich vorgedrängt".

In ihrer Antrittsrede habe sie dann angekündigt: "Das Gesicht des Schützenvereins wird sich gewaltig ändern." Das kommentierte Emmeram lapidar: "Optisch hot's g'moint, wal sie woa ja schöina wöi da Heini." Die Seugaster Feuerwehr braucht bei ihren vielen Einsätzen dringend ein neues Fahrzeug, da waren sich die drei einig. Denn im vergangenen Jahr habe sie im ersten Halbjahr einen Einsatz gehabt, "im zwoatn hot's dann aweng naoulaouha." Was der Bevölkerung der Gemeinde im vergangenen Jahr auf den Nägeln brannte, war natürlich auch Thema in der satirischen Talkrunde. Barnabas bekundete, er sei wegen der Bankschließung nun auch auf Online-Banking umgestiegen und berichtete, dass alles wunderbar geklappt habe. Nur als er sich Geld ausgedruckt habe und bei Nah und Gut damit zahlen wollte, habe man ihm gesagt, das sei Falschgeld. "Aber dej hob'n bloß auf an 120-Euro-Schein niat assageben kinna." Natürlich kamen auch Bürgermeister Norbert Bücherl und seine leeren Gemeindekassen nicht ungeschoren davon. Er beklage sich dauernd, dass Kämmerer Heindl auf dem Geldsack sitze und behaupte, da sei nichts drin.

Zum Schluss holten sie den ausgeschiedenen Schützenmeister Heinrich Schwirzer auf die Bühne, bedankten sich bei ihm für die 45-jährige Zusammenarbeit - Barnabas 15 Jahre, Emmeram 15 Jahre und Severin 15 Jahre. Getreu seinem Leitspruch: "Des mach ma scho, des wird scho, des kröign ma scho" überreichten sie ihm einen leeren Bilderrahmen mit dem Kommentar: "Des Bildl mach ma scho nu, des wird scho nu, des kröign ma scho nu!" Langer und kräftiger Beifall begleitete ihren Abgang und alle waren sich einig: "So gut waren sie noch nie, die drei Seichatsa Fastenbrüder!"
Die Satzung schreibt lediglich beim Zustand des Haupthaares die g- oder k-Regel vor: grau oder koi!Die drei Fastenprediger
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