Drei Tage Jubiläum
Elbart feiert 600-Jähriges

Dieses etwa 100 Jahre alte Bild zeigt das Peter-Anwesen mit Zoiglzeichen am Haus, es war der Sternwirt. Bild: hfz
Vermischtes
Freihung
19.07.2016
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Im Jahre 1416 erscheint in den Archivunterlagen des Bayerischen Ministeriums zum ersten Mal der Ortsname Elbart. Diesen 600. Geburtstag nimmt die Dorfgemeinschaft zum Anlass, von Freitag bis Sonntag, 22. bis 24. Juli, groß zu feiern.

Elbart. In einem Dokument von 1416 werden die territorialen Zuständigkeits-Grenzen der Gerichtsbarkeit, die über Leben und Tod entscheiden durfte, beschrieben: "Das Halsgericht zu Kaltenbrunn, das geht an ... von dann die Ödenried hinein an Elbarter Unterrmark ...". Aus einer Federzeichnung zur Grenzbeschreibung wird ersichtlich, dass privater Grundbesitz der churpfälzischen und somit zum Amt Hirschau gehörigen Dorfgemeinde Elbart in das Amt Parkstein-Weiden hineinreichte.

An Weiden verkauft


Urkundlich erwähnt ist ferner, dass zur Stiftung einer Messe und Predigt in der Pfarrkirche St. Michael, Albrecht von Freudenberg und seine Söhne am 1. März 1437 das Dorf Elbart an den Rat der Stadt Weiden verkauften. Der Bürgermeister und der Rat von Weiden nahmen daraufhin im Dorf die niedere Gerichtsbarkeit wahr. In einer Urkunde vom 17. Juni 1446 kann man lesen, dass die Nürnberger Bürger Katharina und Nicklas Gumpenhoffer die Renten des Dorfes Elbarth dem Pfarrer zu Weiden stifteten. Die Elbarter betrieben außer der Landwirtschaft noch Mühlsteinbrüche. Bleiabrechnungen beweisen weiterhin, dass sie im Bleierzabbau und Bleihandel erfolgreich waren.

Im historischen Ortsnamenbuch von Hans Frank wird 1460 "Elwart", 1577 "Ellberth" und 1773 "Elbarth", hier mit neun Häusern mit Hof, erwähnt. Im Jahr 1883 kommen eine Bergarbeitersiedlung mit zwölf Häusern und eine Direktorenvilla zum Bauerndorf dazu.

Bis 1856 gehen die Elbarter in Ehenfeld zur Schule, bis 1913 gehörten sie noch zur dortigen Pfarrei. Politisch gehörte der Ort bis zur Gebietsreform 1972 zur Gemeinde Seugast. Heute leben in Elbart 185 Personen in 83 Häusern. Die Bewohner des ehemaligen Bauern- und Bergarbeiterdorfs sind mittlerweile überwiegend Pendler in die nächstgrößeren Städte. Der zu Beginn des 21. Jahrhunderts gegründete Radfahrer-Verein ist der einzige Verein im Ort und damit auch Gesellschafts- und Kulturträger.

Die Feierlichkeiten zum 600-jährigen Ortsjubiläum beginnen am Freitagabend mit einer Präsentation der Dorfgeschichte im Festzelt am Wagnergaßl. Der weitere Abendverlauf steht unter dem Motto Geselligkeit und Unterhaltung. Für das leibliche Wohl ist mit Getränken und Gegrilltem gesorgt. Bereits an diesem Abend wird ein kleiner Einblick in die aufwendige Arbeit von Josef Kohl und Lisa Kummer gewährt. Sie verbrachten Monate damit, die Historie des kleinen Ortes zu erarbeiten und aufzubereiten.

Ort und Hausnamen


Am Samstag wird um 17 Uhr die Ausstellung über die Geschichte des Ortes und den Hausnamen in der nahe gelegenen Wiesneth-Scheune durch den Schirmherrn und Bürgermeister Norbert Bücherl offiziell eröffnet. Die Themenbereiche Familien-, Haus- und Hofgeschichte gehen bis zum Dreißigjährigen Krieg zurück. Rückblicke zu Schule, Kirche und Landwirtschaft werden auf weiteren Tafeln zu sehen sein. Abends sorgt die Band Fresch bei den Jungen und Junggebliebenen für Partystimmung.

Am Sonntag beginnt um 9.15 Uhr der Kirchenzug zum Festgottesdienst im Zelt für alle verstorbenen Elbarter. Der Seugaster Schützenchor wird den Gottesdienst begleiten. Sowohl beim Kirchenzug als auch beim anschließenden Frühschoppen spielt die Ehenbachtaler Blasmusik. Auch der Ehrenschirmherr Landrat Richard Reisinger hat seine Teilnahme zugesagt. Für das Mittagessen kann man sich bei Georg Tafelmeier (09646/263) anmelden. Zusätzlich gibt es natürlich Bratwürste und Steaks, nachmittags auch Kaffee und Kuchen.

Am Sonntagnachmittag ist es möglich, in der Kulturscheune Elbart eine Präsentation über den Bleierz-Bergbau und die Geschichte des Dreiländerecks Blauenneuschacht zu sehen. Für nähere Informationen steht Christian Wiesneth (09646/1716) im Namen des Festausschusses zur Verfügung.

Das ProgrammProgramm anlässlich der 600 Jahrfeier mit Ehrenschirmherr Landrat Richard Reisinger und Schirmherr Bürgermeister Norbert Bücherl:

Freitag, 22. Juli: 19 Uhr Dorfabend mit dem Motto "Geselligkeit und Unterhaltung" im Festzelt am Spielplatz in Elbart, Mergelweg. Während des Abends Präsentation der Dorfgeschichte.

Samstag, 23. Juli: 17 Uhr Eröffnung der Ausstellung "Geschichte des Ortes Elbart" durch Schirmherr und Bürgermeister Norbert Bücherl. Die Ausstellung wird in der Scheune der Familie Wiesneth am Mergelweg aufgebaut, ab 19 Uhr Dorfparty mit der Band Fresch im Festzelt. (www.fresch-band.de)

Sonntag, 24. Juli: 9 Uhr Aufstellung zum Kirchenzug in der Glückaufstraße/Ecke Bergwerkstraße; 9.15 Uhr Kirchenzug zum Festzelt am Spielplatz in Elbart, Mergelweg; 9.30 Uhr Gottesdienst im Festzelt durch Geistlichen Rat Bernhard Huber, mitgestaltet durch den Seugaster Schützenchor; ca. 10.15 Uhr Pflanzung einer Winterlinde am Spielplatz (Baum des Jahres 2016); ab 10.15 Uhr Frühschoppen mit der Blaskapelle Die Ehenbachtaler; ab 11 Uhr Ausstellung "Geschichte des Ortes Elbart" und der Hausnamen in der Scheune der Familie Wiesneth am Mergelweg; ab 11.30 Uhr Mittagessen im Festzelt (gegen Vorbestellung), nachmittags Festbetrieb mit Kaffee und Kuchen; 14.30 und 16 Uhr Präsentation über den Bleierz-Bergbau und über die Geschichte des Dreiländerecks Blauenneuschacht in der Kulturscheune Elbart.
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