Ermittlungen zum Zugunglück bei Freihungsand beendet
Sattelzugfahrer schuld

Nachdem der Triebwagen der Bahn am Übergang Freihungsand den Sattelzug erfasst hatte, schleifte er die Zugmaschine noch rund 400 Meter mit, ehe er zum Stehen kam. Weder der Lokführer (34) noch der Rumäne (30), der den Lkw fuhr, hatten eine Chance: Sie kamen bei dem schweren Zugunglück vor drei Monaten ums Leben. Bilder: gf (2)
Vermischtes
Freihung
19.02.2016
31
0

Zwei Menschenleben hat ein Zugunglück am 5. November am Bahnübergang von Freihungsand gefordert. Die Polizei hat jetzt, drei Monate später, ihre Ermittlungen abgeschlossen. Schuld an diesem Unfall war der 30-jährige Fahrer eines Sattelzugs. Er starb beim Zusammenstoß.

d. (san) Der 30-Jährige, ein Rumäne, war mit einem Sattelzug, auf dem sich ein Militärfahrzeug der US-Armee befand, unterwegs in den Truppenübungsplatz. Ihn begleitete ein 25-jähriger Beifahrer. Bei Freihungsand wollte der Rumäne gegen 22 Uhr die Gleise überqueren, blieb jedoch mit seinem Fahrzeug liegen. "Der Auflieger der Sattelzugmaschine saß am Bahnübergang massiv auf, weshalb die Traktion der Sattelzugmaschine nicht ausreichend war, das Gespann weiter zu bewegen", heißt es in der Pressemitteilung des Regensburger Polizeipräsidiums.

Lokführer ohne Chance


Laut Unfallbericht hätte der 30-Jährige erkennen müssen, dass seine Sattelzugmaschine samt Auflieger und Ladung nicht geeignet war, diesen Bahnübergang zu überqueren. Keine Chance hatte der Lokführer des herannahenden Zuges, der aus Neukirchen kam und Weiden zum Ziel hatte: Bei einer Geschwindigkeit von 145 km/h sei ein Zusammenstoß unvermeidbar gewesen.

Die Polizeiinspektion Auerbach hatte nach dem Zugunglück umfangreiche Ermittlungen geführt. So wurden der Fahrtenschreiber der Sattelzugmaschine und die Aufzeichnungen des Zuges ausgewertet, die Fahrgäste und der 25-jährige Beifahrer des Rumänen vernommen. Weitere Erkenntnisse brachte der Einsatzbericht eines Büros für unfallanalytische Gutachten.

Die Polizei kam zu dem Ergebnis, dass der Bahnübergang korrekt beschildert war. Mängel hätten nicht bestanden. Da sich beide Schranken des Übergangs komplett geschlossen hatten, habe es kein Störsignal gegeben, obwohl der Sattelzug auf den Gleisen stand. Die Polizei listet in ihrer Mitteilung auch den Schaden auf: 75 000 Euro am Lkw, 2,5 Millionen Euro am Zug, 274 000 Euro am Gleis.

2 Tote, 22 VerletzteMit einem Großaufgebot waren die Rettungskräfte am Donnerstag, 5. November, zu dem schweren Zugunglück in Freihungsand ausgerückt. Für zwei Menschen kam jede Hilfe zu spät: Bei dem Unfall starben sowohl der Fahrer der Sattelzugmaschine, ein 30-jähriger Rumäne, als auch der 34-jährige Lokführer, der zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes alleine im Führerstand des Zuges war.

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberpfalz befanden sich 23 Passagiere in der Bahn, die von Neukirchen nach Weiden unterwegs war. 22 von ihnen wurden verletzt, zudem der 25-jährige Beifahrer der Sattelzugmaschine.

Ausgerückt waren nach dem Unglück 91 Kräfte des Rettungs- und Sanitätsdienstes sowie 185 Feuerwehrleute aus den beiden Landkreisen Amberg-Sulzbach und Neustadt/WN. (san)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.